Monthly Archives: Januar 2008

The time has come – the new film is finished at last !

Feeling It

Ich kann es kaum glauben, aber unser dritter Film ist endlich fertig. Nach einem ca. 16-Stunden-Tag im Schnittraum gestern, einer Nacht auf dem Boden des Schnittraumes und einem weiteren geschäftigen Tages heute, ist er da: „Feeling It!“ – frisch aus der Druckerei. Ich bin nun im Zug zurück nach Brighton mit tiefen Augenringen und einem noch größeren Lächeln im Gesicht. Dieser Film hat sich lange angekündigt und es gab viele Rückschläge während der Produktion. Jetzt aber aus dem Schneideraum treten zu können mit der Master-DVD – dem Ergebnis von 6 Monaten Arbeit und 70 Cassetten von Mustern, ist ein erhabenes Gefühl.

Mein Motto „Gefühl statt Schauspiel!“ wird leidenschaftlich von den authentischen DarstellerInnen umgesetzt. Die Ergebnisse sind atemberaubende (weibliche) Orgasmen und ein menschliches Porträt menschlicher Sinnlichkeit, um die ZuschauerInnen zu inspirieren. Der Film bricht mit den stereotypen und diskriminierenden Darstellungen der Figuren in vielen Pornofilmen – wie z.B. Frauen, die „dreckige Schlampen“ und farbige Männer, die nichts weiter als „Schwänze auf Beinen“ sind. Für mich sind die DarstellerInnen Individuen mit einzigartigen, physischen und emotionalen Bedürfnissen und Begierden, nicht einfach gut geölte „Fickmaschinen“, die die Pornoroutinen abarbeiten.

Feeling It Cast

Ich fordere gerne die Vorurteile und Stereotypen heraus, die wir über Gender, Rasse und Sexualität haben. Ich glaube in die Gleichheit der Geschlechter und Rassen und ich setze mich dafür ein, so etwas wie „humane“ Pornos zu machen.

Auch “Feeling It!” verwischt wieder die Grenzen zwischen Kunst und Porno, indem er kunstvolle Sexszenen mit expliziten Inhalten zeigt, wie z.B. eine Body-Paint-Sequenz und eine Szene, in denen zwei Mädels miteinander spielen und das Spitzenmuster auf ihren Körpern durch den Schatten eines Sonnenschirms erzeugt wurde. Diese Art von Szenen sind für meine Filme essenziell. Ich liebe es, kunstvolle Szenen zu drehen, die Sex zeigen, aber anstatt alle expliziten Details gut ausgeleuchtet und (porno-) grafisch zu zeigen, füge ich lieber durch Köperfarbe oder Schatten eine weitere Ebene ein. Anstatt die Bildergalerie im Gehirn der Zuschauer mit eindeutigen Hard-Core-Bildern zu bombardieren, die sie schon zigfach gesehen haben, genieße ich es, die Imagination der ZuschauerInnen mit einer kreativeren Bildhaftigkeit zu inspirieren. Es dreht sich alles um die Inspiration und den Kitzel. Das ist für mich die Essenz der Erotika.

Jetzt muss ich noch die BBFC-Lizenz bekommen (British Board of Film Classification), und dann hoffe ich, dass der Film bis März draußen und erhältlich sein wird. Mit seinen 76 Minuten ist er länger als meine ersten beiden Produktionen, aber genau so abwechslungsreich wie „Female Fantasies“, wobei der Fokus weiterhin hauptsächlich auf der weiblichen Lust liegt. Es gibt viele aufregende neue Features, z.B. eine „Making-of“-Dokumentation, eine „Pornoparodie“ und ein ausführliches Interview mit mir, in dem ich meine Vision von sinnlichen Pornos darstelle.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um den liebenswerten Menschen zu danken, die mir geholfen haben, diesen Film zu machen. Ein besonderer Dank geht an all die DarstellerInnen, weil sie mir ihr Vertrauen geschenkt haben, sich haben gehen lassen und es „gefühlt haben“. Dieser Film sieht gut aus und fühlt sich gut an, und ich hoffe, er wird euch gefallen. Mehr Infos zum Film: http://www.feelingit.co.uk

Während die BBFC den Film lizenziert, fahre ich für eine wohlverdiente Pause ins sonnige Mexiko. Ich kann’s kaum erwarten, barfuß im warmen Sand zu spazieren und im türkisen Meer zu treiben ohne Computer weit und breit – einfach ein paar Wochen Freiheit und Spiel …

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Sisters are doing it !

Annie Sprinkle

Es waren ein paar wundervolle Tage: Gestern erhielt ich eine E-Mail von Annie Sprinkle mit Kommentaren zu unserem zweiten Film, „Female Fantasies“. Die Betreffzeile der Mail lautete „Fantastisch“, was ein guter Anfang war. Dann schrieb sie mir, dass die Katzen fantastisch fand und wir quasi ein ganz neues Erotikfilm-Genre erfunden hatten. Sie sagte, dass der Film und die Making-Of-Dokumentation „ihr Herz und ihre Pussy gefangen genommen haben“. Es könnte kein größeres Kompliment als dieses von Annie geben, die eine Ikone der sexuellen Befreiung, der Erotikdarstellung und der Tantra-Lehre ist. Danke, Annie!

Heute kam ein spanisches Fernsehteam und interviewte Violetta und mich für ein Feature über Fantasien. Es hat Spaß gemacht, mit dem kreative Team zu arbeiten. Ihre extrem talentierte Kamerafrau hatte ihren großen Tag in meinem goldenen Boudoir und hat mit meinen Spiegeln tolle Einstellungen gedreht. Wir haben uns wirklich super verstanden und es kann sein, dass sie mit uns an unserer nächsten Filmproduktion arbeiten wird und mit mir die Kamera übernimmt.

Ich denke nun schon eine ganze Zeit darüber nach, mich mehr auf die Regiearbeit zu konzentrieren und weniger auf die Kameraarbeit, fand es aber immer schwer, eine geeignete Kamerafrau zu finden, die das Talent besitzt, visuelle Tableaus zu kreieren, einfühlsam dem Gegenstand gegenüber ist und sich mit den DarstellerInnen versteht. Ich glaube, ich könnte die perfekte Person gefunden haben, die unserem Team noch fehlt und die unsere Drehs bereichern wird. Sisters are doing it!

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Bi Diamonds

The Kiss

Zu aller erst: Frohes neues Jahr euch allen! Ich war damit beschäftig, mir mein Wissen über langweilige Admin-Aufgaben und die Buchhaltung auf den neuesten Stand zu bringen. Was mich heute aufheiterte, war eine inspirierende „Fanpost“. J. und M. schrieben mir:

Hi Petra,

wir wollten dir einfach mal sagen, dass wir deine neue DVD echt toll finden … Wir sind ein Paar, das bi- und kinky ist, und wir finden leider, dass es vielen Sexvideos an Realismus mangelt und sie uns nicht viel geben. Aber deins lieben wir wirklich – es hat so viele Schwingungen in uns ausgelöst. Wir glauben, dass es etwas besonderes ist, eine Arbeit zu finden, die sich gleichsam an Bi-Männer und -Frauen richtet: danke vielmals dafür (es bedeutet uns sehr viel, besonders J.).

Wenigstens zeigte es die wenig bekannte und oft öffentlich geleugnete Tatsache, dass die meisten Frauen es lieben, Männer beim Spielen zuzusehen … und wir lieben beide die sinnlichen Küsse, die du immer wieder zeigst: das ist etwas, das wir beide immer schon gerne mit Leuten beiderlei Geschlechts gemacht haben – vorher, während und nacher!

Vermutlich wird “Fantasies” von jetzt an zum Pflichtprogramm gehören für alle Abende, die wir mit anderen verbringen … J Wir hoffen, dass du der bisexuellen Route auch in deinen zukünftigen Arbeiten weiter folgen wirst.

In Liebe,

J. and M. xx

Es war so nett, einen solchen Brief zu bekommen. Anerkannt zu werden, weil man einen Porno gedreht hat, der radikal anders ist und Tabuthemen des Mainstream-Pornos erkundet: Sinnlichkeit, Intimität; Männer als Lustobjekte der Frauen und männliche Bisexualität. Ich würde gerne noch mehr männliche Bisexualität zeigen, mein Problem ist nur, die Männer zu finden, die sich wohl dabei fühlen, gefilmt zu werden, während sie ihre bisexuelle Seite ausleben. Irgendwie sind Bi-Männer immer noch mit einem riesigen Stigma belegt. Viele Bi-Typen haben mir gesagt, dass sie nie als bi im Film gezeigt werden wollen, weil sie dann als „schwul“ abgestempelt würden. Das ist frustrierend. Hinreißende Bi-Männer, die sich gerne filmen lassen, sind so selten wie Diamanten. Wenn ihr welche kennt oder selbst einer seid, meldet euch bitte!

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