Monthly Archives: April 2008

Female Friends

Female Friends

Einer der Höhepunkte der Erotika in Köln war für mich, auf so viele talentierte Frauen zu stoßen, die unabhängig in der Erotikindustrie arbeiten. Ich habe Anja von Self Delve getroffen, die jetzt schon seit einem Jahr ihre eigene „Garten Eden“ Dildo-Kollektion entwirft. Ihre Gurken, Karotten und Bananen bestehen aus ausgewählten harten und weichen Silikonen und ändern bei Gebrauch ihre Farbe – je nach Körpertemperatur. Die grünen Bananen werden reif und ganz gelb, wenn sie mit dem Verwöhnen fertig sind. Diese schrullige Idee brachte mich zum Lachen, und lachen und Spaß sind solche Schlüsselelemente in einem glücklichen und freien Sexualleben, dass ich sicher bin, dass ihre Früchte des Paradiesgartens ein großer Erfolg werden. Außerdem habe ich zum ersten Mal die krassen Frauen von „Mail and Female“ aus Amsterdam getroffen – einem der ersten Sexshops überhaupt, die Sextoys und Frauenpornos in Europa verkauft hat. Sie haben jetzt ihre eigene Dessous-Kollektion entworfen und herausgebracht, „Liebe aus Holland“. All die wunderschönen Stücke sind aus den weichsten und gemütlichsten Stoffen hergestellt, damit man sie den ganzen Tag lang tragen kann und nicht nur für besondere Momente. Ich freue mich riesige, dass sie mir meine zwei Lieblingsstücke geschenkt wurden: ein offener BH mit einem passenden Slip mit offenem Schritt, die sehr bald ausprobiert und getestet werden.

Es ist immer eine Freude, Laura Meritt wiederzutreffen, die auch aus Berlin für eine Stippvisite nach Köln gekommen war, um mit mir in einem Fernsehspecial über Frauenpornos aufzutreten, die während der Erotika für „Frau TV“ (WDR) gedreht wurde. Für mich ist unser Frauennetzwerk eine Art der Unterstützung, die man für Geld nicht kaufen kann. Es baut mich auf und trägt mich durch die Zeiten, an denen ich es am stärksten brauche, und es macht mich strahlend vor Glück in dem Glauben daran, dass wir uns grade im Herzen einer Revolution in der Erotikindustrie befinden. Sie wird von Frauen und für Frauen gemacht, und wir werden immer mehr Frauen, die mit Fotos und Filmen, Toys und Dessous und basierend auf unserem intuitiven Wissen darüber, was Frauen wirklich wollen, ihr Bestes geben. Da wir unabhängig arbeiten, mögen wir den Industrie-Giganten klein erscheinen – sogar unwichtig -, aber zusammen sind wir stark und machen einen Unterschied, den man auf Fachmessen, in den Medien und in den örtlichen Sexshops sehen und spüren kann. Und wenn euer örtlicher Sexshop oder Online-Händler keine von Frauen gemachten Filme, Toys und Dessous vorrätig hat, ihr sie aber kaufen wollt, fragt, warum sie euch nicht verkaufen, was ihr haben wollt, damit wir immer größere Erfolge erzielen können.

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Good news at last!

Petra at Erotika

Ich sitze grade im Flugzeug, hoch über dem Rhein und einem bildschönen Sonnenuntergang über Köln. Ich bin müde, aber glücklich. Es ist mir sogar egal, dass ich easyjet £25 für Übergepäck zahlen musste, weil mein Koffer so mit Pressemitteilungen, Gleitmittelproben und den neuesten Vibratoren von der „Erotika 2008“-Fachmesse vollgestopft ist. Ich hatte eine wahnsinnig tolle Zeit. Ich bin mit einem Gefühl der Ungewissheit nach Köln gefahren, weil ich dachte, dass dies vielleicht meine letzte Fachmesse sein könnte und ich vielleicht nie wieder einen weiteren Erotikfilm drehe. Nicht weil ich weiterziehen und andere Dinge machen möchte, sondern wegen der finanziellen Notwendigkeit. Seit mehr als vier Monaten versuche ich, einen Vertrieb zu finden, ich habe endlose E-Mails geschrieben und unzählige Telefonate geführt – von denen die meisten nie beantwortet wurden. Da bislang nur 800 Kopien von „Feeling It!“ verkauft wurden, sah meine finanzielle Situation düster aus. Mit dem Gefühl im Nacken, dass ich 10.000 Kopien verkaufen muss, allein um aus den roten Zahlen zu kommen, war ich an die Grenzen meiner Belastbarkeit gestoßen.

In der Nacht vor der Messe habe ich nicht geschlafen. Und dann hat mich ein Treffen vor Freude zum Weinen gebracht und mir Flügel verliehen. Wie es aussieht, schuldet mir ein ehemaliger Verleih noch Geld für DVDs, die während der letzten zwei Jahre verkauft worden waren, in denen man mir nicht mitgeteilt hatte, dass nachgedruckt worden war. Dieses unerwartete Einkommen wird nun zum Lebensretter in einer schweren Zeit. Außerdem habe ich einen Verleih festgemacht, wenn auch für eine kleinere Stückzahl als ich gehofft hatte. Es ist aber ein Anfang – kein Ende -, und das macht mich glücklich. Ich bin so froh, endlich mal gute Nachrichten mit euch teilen zu können und versprechen zu können, dass ich irgendwann in der Zukunft einen weiteren Art-Core-Film machen werde – meinen vierten.

Ein weiterer glücklicher Zufall war, dass zur gleichen Zeit das Frauenfilmfestival in Köln stattfand, und ich verbrachte die Abende und die langen, langen Nächte gebannt in meinem Kinosessel und saugte die umwerfenden und kreativen Bilder aus der ganzen Welt in mich auf. Ich liebe es, mich auf diese Weise inspirieren zu lassen, es ist echt toll, sehen zu können, was anderen FilmemacherInnen so alles einfällt. So fahre ich also mit einem Vertrag in der Tasche, vielen Ideen im Kopf und ein paar schönen Toys von sin five nach Hause, die ich unbedingt bald ausprobieren muss. Ihr Desing ist umwerfend und die Vibratoren sind stark, leise und effektiv – was mehr kann sich ein Mädel wünschen?!

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Dark and feminine

Valkyrie

Gestern habe ich ein Foto-Shooting mit Mistress Valkyrie gemacht, die eine gute Freundin geworden ist! Sie wollte ein paar „dunkle und feminine“ Bilder – das ist ihre Leidenschaft und meine Spezialität. Daher haben die Aufnahmen viel Spaß gemacht. Es gefällt mir, mit klaren Deadlines und klaren Vorstellungen davon, was für Fotos gebraucht werden, zu fotografieren. Dadurch wird es besonders verspielt, kreativ und befreiend. Wir haben über 600 Fotos gemacht und konnten sogar einige im Garten aufnehmen, da grad die Frühlingssonne hervor kam. Valkyrie trug ihr Reiter-Outfit und später ein rotes Lederkleid, mit dem sie aus einem roten Kokon stieg. Total umwerfend. Ich mache heutzutage viel zu wenig Foto-Shoots, weil meine meiste Zeit für den Vertrieb meiner Filme draufgeht, für Recherchen und Pressearbeit. Deshalb ist es super, ein Foto-Shoot zu machen und sich Zeit zu nehmen, um die vielen verschiedenen Gesichter einer schönen Frau und strengen Herrin hervorzubringen.

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Investors wanted

Petra Joy

Ich komme grad aus Berlin zurück und fühle mich ein bisschen niedergeschlagen – ich vermisse das kreative Schwirren dieser wunderbaren Stadt und die Gemeinschaft der (Erotik-) KünstlerInnen, die mich willkommen hießen. Ich wünschte, ich hätte bleiben können oder wünschte mir noch mehr, dass ich bald zurückkehren kann, um meinen vierten Film zu drehen. Ich habe die Drehorte und Darstellerinnen schon gefunden – jetzt fehlt noch das Geld. Und der große Vertriebs-Deal, auf den ich gehofft hatte, hat nicht geklappt. Es ist absurd – ich bekomme massig positive Öffentlichkeit, die die Nachfrage des Publikums generiert, aber momentan gibt es „Feeling It!“ nur in einer handvoll Läden. Ich muss ca. 10.000 Exemplare verkaufen, um auf Null zu kommen, aber von diesem Ziel bin ich noch sehr weit entfernt. Die Verkaufszahlen sind momentan noch sehr gering, daher gibt es kein Kapital, das ich den neuen Film investieren könnte. Die Optionen, die mir bleiben, sind einen Investor oder Sponsor zu finden. Ich werde nicht wieder für einen dritten Kredit zu meiner Bank gehen. Meiner kreativen Energie sind keine Grenzen gesetzt, aber ich muss damit anfangen, darauf zu achten, wie viel Geld ich mir leihe, egal wie sehr ich diesen neuen Film machen will. Ich muss geduldig sein und auf einen großen Deal warten, einen Investor, einen Sponsor oder auf alles drei zusammen … Es ist schwer, immer weiter an einem Projekt zu arbeiten und daran zu glauben ohne eine gesicherte Finanzierung. Aber ich werde nicht aufgeben. Wenn ihr jemanden wisst, die/der gerne in meinen vierten Film investieren würde, oder eine Toy-, Gleitmittel- oder Kondomfirma kennt, die mich möglicherweise sponsern würden – lasst es mich wissen …

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Ich bin ein Berliner

Aquarium

Was für ein wunderbarer Tag das war. Und morgen fahre ich zurück ins UK, aber eigentlich will ich gar nicht. Ich lief morgens herum und fand zufällig diese fantastische innovative Kunstinstallation. Ein riesiger Brocken Eis, auf den das Videobild eines frierenden nackten Mannes projiziert wurde. Das Eis schmilzt langsam, und das Wasser sammelt sich in einem winzigen, schwarz eingefassten See, auf den das Bild eines im Wasser treibenden Mannes projiziert ist. Der Künstler, Raphael DiLuzio (www.raphaeldiluzio.com) war vor Ort und so erfrischen unprätentiös, dass es ihn überraschte, als ich ihn bat, das Poster der Show für mich zu signieren. Danach habe ich mir den AquaDom angeschaut, das größte Aquarium der Welt, in das man durch einen Glasaufzug hineingelangt. Der AquaDom ist cool, aber irgendwie ruinieren all die Fenster und Türen des Hotels, das hinter dem Aquarium zu sehen ist, die Illusion. Mein Lieblingsort im Aquarium war das kleine Quallenbecken – sie sehen aus, wie in einer zeitlosen Blase eingeforen.

Ich folgte dem Rundgang in die Unterwasserwelt und die (in Deutschland) obligatorische Cafeteria. Apfelkuchen mit Marzipan und Schlagsahne – daran könnte ich mich gewöhnen!!! Zum Kaffee gönnte ich mir einen Blick in einen Bildband über Muschies, den Silke Maschinger mir empfohlen hatte, die Leiterin des Erotiksalons, einer live-Talkshow in Berlin. Das Buch heißt „Das Tor ins Leben und zeigt umwerfende Nahaufnahmen von Muschies und Formen in der Natur, die an eine Vagina erinnern. Die Autorin und Fotografin Grit Scholz hat ihr Buch selbst verlegt, um sicherzustellen, dass es erscheint und sie sich ihre künstlerische Freiheit bewahrt: www.lebensgut-verlag.de

coffeeandcake

Das Café, wo ich mir die Muschies ansah und Kuchen aß, befindet sich ein einem für Berlin so typischen Hinterhof. Diese großen Hinterhöfe sind zu Treffpunkten geworden, und viele kleine unabhängige Geschäfte gedeihen hier. Ich habe einen Laden gefunden, der nur amerikanische Vintage-Kleider verkauft, von den 40ern bis in die 80er. Er heißt „Sterling Gold“ und man fühlt sich wie zurück in die 50er geworfen, wenn man diese wundervoll eleganten Outfits sieht und den exzellenten Kundenservice: www.sterlinggold.de. Ich habe mir selbst ein umwerfendes Kleines Schwarzes gekauft. Ich liebe Einzelgeschäft. Sie sind besonders. Mir kommt es so vor, als wäre in England die meiste Kultur zu Ketten gehört, wo hingegen in Berlin jedes Café, jede Galerie und jeder Laden einzigartig ist und gewöhnlich von unabhängigen Besitzern geführt wird. Das schafft einen eklektischen Mix von Möglichkeiten, und ich liebe die Auswahl, weil sie Freiheit bedeutet.

In einem anderen Hinterhof fand ich unter einem Glaswürfel einen fantastischen Frisör. Der Glaswürfel war von einem minimalistischen Garten umgeben. Die Blüten, die noch nass vom Frühlingsregen waren, sahen so hübsch aus, dass ich eine halbe Stunde damit verbracht habe, sie zu fotografieren. Letzendlich habe ich mir einen Frisörtermin für 21 Uhr geben lassen. Als ich dort ankam, hat der Indie-Florist grade die umwerfendeste Blumeninstallation arrangiert und der Konditor, der sich die Haare machen ließ, brachte Himbeer-Schokoladen-Torte für alle mit. Ich hatte eine Flasche Wein dabei, die wir uns alle geteilt haben. Als mein Termin gegen Mitternacht vorbei war, kamen ein paar Leute mit einer Flasche Wodka vorbei, und wir saßen und plauderten noch ein paar Stunden über Sex, Beziehungen, Clubs, Locations, Pornos und heiße schwule Jungs für meinen Film. Wir saßen also plaudernd und Wodka trinkend um 1 Uhr morgens beim Frisör – das gibt’s nur in Berlin. Ich habe mich komplett in diese Stadt verliebt und möchte hier eines Tages wohnen!

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Sisters are doing it

New Talent

Gestern war ein aufregender Tag. Ich habe einen echt coolen Drehort gefunden – einen 100 Jahre alten Club mit funktionierenden Tischtelefonen. Wie wundervoll, hier würde ich wirklich gerne drehen, jetzt geht es nur noch um die Frage, was dieser Ort pro Tag kosten würde. Ich mach mich dran.

Nach der Besichtigung ging ich Lebensmittel und Sekt einkaufen, weil ich am Abend meine erste Casting-Party in Berlin veranstaltete. Mir gefallen diese formlosen Treffen, wo die DarstellerInnen mich und sich untereinander kennen lernen können und ich ein Gefühl dafür bekomme, wie sie ticken. Die wundervolle Belle, die auf dem Cover von „Feeling It!“ ist, half mir, kleine Delikatessen vorzubereiten, wie in Schinken eingerollte Spargelstangen – alles selbst gemacht, um das Auge und den Magen zu verwöhnen und dies zu einem besonderen Event zu machen. Wir haben Stunden damit verbracht, ein kleines Buffet zu kreieren und uns dann, kurz bevor die anderen kamen, gegenseitig zu interviewen. Ich habe mit einer Art Videotagebuch angefangen, um mehr von den Schlüsselmomenten hinter den Kulissen einzufangen, wie den Castings, Fachmessen etc., und eine akkuratere Darstellung davon zu liefern, worum es in meiner Arbeit geht und von all den vielen verschiedenen Aspekten, die schließlich zu einem Dreh führen. Ich möchte Belle für ihre stetige Unterstützung danken und dafür, dass sie ins kalte Wasser gesprungen ist und einige sehr gute Aufnahmen gedreht hat. Ich kann mich einfach nicht selber filmen und es mir nicht leisten, eine/n Kameramann/Kamerafrau dafür zu bezahlen, mir zu all den Trios und Orten zu folgen, also mussten wir improvisieren.

Gisele kam, um die anderen Frauen kennen zu lernen. Firelilly kam auch – sie ist ein Berliner Performerin, die es liebt, mit Fetischen und Feuer zu spielen – buchstäblich, und sie wird für das Team ein echter Gewinn sein! Und dann war da Clare – eine queere Pornofilmerin, die einen Kurzfilm über sich und ihren Lover gedreht hat. Eine Rund talentierter und interessanter Frauen aber – leider keine Männer. Das ist ein roter Faden in meinen Produktionen … Es gibt immer massig und ganz fantastische Frauen, und gleichzeitig fehlt es uns wirklich an heißen, frei denkenden Männern, die gute Liebhaber sind und es genießen, Frauen so zu verwöhnen, wie sie es verdienen – wie Königen. Meine einzige Erklärung dafür ist dass der durchschnittliche Mann, der in Pornos mitmachen will, davon fantasiert, überall auf das Gesicht einer Frau zu kommen, was in meinen Filmen nicht vorkommen wird. Und die gut aussehenden, sexy und netten Jungs, die gerne kommen und spielen würden, aber zu schüchtern sind, um sich filmen zu lassen … Es ist schwer, weil ich keine Vollzeit-Pornodarsteller engagieren möchte, weil ich glaube, dass sie vermutlich darauf trainiert sind, es vorzutäuschen anstatt es zu fühlen, und auf meinen weniger strukturierten und mehr improvisierten Drehs keinen Spaß haben würden, wo es im Sex um den Genuss geht und nicht um die Darstellung.

In der Hoffnung, dass auch noch Männer kommen werden, teilten wir unsere Ideen und Fantasien. Ich zeigte den Mädels mein neues Notizbuch, und zusammen brainstormten wir nach Charakteren, Outfits und Szenen – einige davon glühend heiß und skandalös. Ich kann’s kaum erwarten, mit dem Dreh zu beginnen und hoffe, dass das noch dieses Jahr sein wird.

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Food for thought and gods

Gisele

Ich bin im wundervollen Berlin, Berlin, um Drehorte, DarstellerInnen und grundsätzliche Inspirationen für meinen nächsten Film zu sammeln – ein erotisches Varieté-Abenteuer … Gestern habe ich zum ersten Mal Gisele getroffen, eine wundervolle junge Frau mit Esprit. Sie ist französisch-kanadisch und ist grade erst nach Berlin gezogen. Gisele hat vor einigen Wochen meinen Casting-Flyer in Brighton eingesteckt, und nun haben wir uns endlich in Berlin getroffen. Sie drückt sich liebend gerne im Tanz aus, was sie zu einer idealen Darstellerin für den neuen Film macht. Mir gefällt es, dass sie so schön ist, mit einem frischen Gesicht und gleichzeitig offen für unanständige Abenteuer und Experimente. Wir haben uns sofort gut verstanden. Leider wird ihr Freund nicht zum neuen Filmteam stoßen können, weil er Lehrer ist und natürlich nicht riskieren darf, seinen Job für ein erotisches Abenteuer zu verlieren.

Es ist so inspirierend, gleichgesinnte Menschen zu treffen und mal aus dem UK und von meinem Computer wegzukommen für ein paar echte Begegnungen. Dann arbeite ich am besten an den Dialogen und schaffe eine sich gegenseitig inspirierende und unterstützende, kreative Familie. Diese Familie wechselt von Projekt zu Projekt. Darum ist es harte Arbeit und dauert viele Monate, das Team für meine Filme zu finden. Das ist es aber auch, was meine Arbeit spannend und die Filme einzigartig und erfrischend macht. Jeder Film ist anders, und ich will, dass das so bleibt.

Tango Boys

Letzte Nacht sah ich mir “Ambrosia” (Nektar der Götter) an – eine neue Erotik-Tanzshow, die von zwei Typen gemacht wurde, die vorher beim Cirque de soleil gearbeitet haben. Die Show war wundervoll – sie hat mit aufregenden Requisiten und einer Auswahl an Tanzstilen subtile erotische Szenarien geschaffen. Es gab Männer in Absätzen (oooohhhh yeah), einen Schlangenmenschen, Peitschen, Bondage, weißen Wachs auf schwarzer Brust und sehr viel extrem guten Tanz! Der Höhepunkt waren zwei hinreißende Typen (einer schwarz, der andere weiß), die zusammen Tango tanzten und mit einem leidenschaftlichen Kuss endeten … Ich glaube, es wird mir nie über, zwei Männer miteinander spielen zu sehen. Ich ging nach der Show in den Backstage-Bereich, um mit Patrick und Johan King zu plaudern – den Choreographen, Haupttänzern und Regisseuren dieser brandneuen Tranztruppe. Diese beide haben acht Monate lang an der Show gearbeitet und all ihre Ersparnisse in diese Show investiert, um die erotische Tanzkunst einem großen Publikum nahe zu bringen, die sonst niemals im Leben in einen Fetisch- oder Swinger-Club gehen würden. Ich glaube fest an den Sinn des Netzwerkens, daran, seine Talente zu teilen und sich gegenseitig zu inspirieren. Es ist fantastisch, andere Menschen zu treffen, die ihren Träumen folgen und ihre Ideen selbst in die Tat umsetzen, damit bahnbrechende Ideen umgesetzt werden und nicht für immer nur die Gedanken von irgendjemandem bleiben. Ich hoffe, mit Brian und Johan arbeiten zu können – ich werde ihre Show für sie filmen und sie werden mir mit ihrer Choreografie helfen und vielleicht sogar für mich tanzen. Weitere Infos: www.ambrosiaberlin.com

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A night to remember

Emilia, Petra and Violetta

Ich war mir nicht einmal sicher, ob ich zur Vorführung von zwei meiner Kurzfilme beim Lesbian and Gay Film Festival beim BFI in London gehen sollte, aber ich bin so froh, dass ich es tat. In den letzten Wochen war das Leben sehr taff, wegen einer Beziehungskrise und Vertriebsproblemen bei meinem neuen Film. Ich fand es schwer, mich zum Gehen zu motivieren, zum Netzwerken und Party machen, stark zu sein und positiv.

Ich habe es jedoch geschafft und es war eine der besten Nächte meines Lebens. Violetta hatte eine schlimme Erkältung, beschloss aber, trotzdem zu kommen, um sich zum ersten mal selbst im UK auf der großen Leinwand zu sehen und zweifellos andere sexy Frauen zu treffen. Wir haben uns an der Victoria Station in der Damentoilette verabredete, wo wir uns umzogen. Als uns das Taxi am Big Ben und dem London Eye entlang zum BFI fuhr, begannen wir, die Aufregung zu spüren. Es ist London, ein Filmfestival, und wir sind hier!!! Alle Vorführungen am ersten Abend des Festivals waren ausverkauft, inklusive des Slots „Female Fantasies“, in dem unserer Kurzfilme „Sailor’s Bride“ und „Cruising“ neben anderen Filmen gezeigt wurden. Das Foyer platzte vor Menschen und es lag eine große Aufregung in der Luft. Wir trafen uns mit der wunderbaren Emilia Ren (die in zwei meiner Filme mitgespielt hat), von der wir in letzter Zeit viel zu wenig gesehen hatten. Die Mutter eines kleinen Jungen (der bald seinen ersten Geburtstag hat), ist damit beschäftigt, für ihr Examen zu büffeln, um eine voll qualifizierte Naturheilerin zu werden. Aber heute Nacht war das alles unwichtig. Violettas Erkältung, meine Geldsorgen, Emilias Examensstress, das alles rückte in den Hintergrund als wir zu unserem Tisch geführt wurden, wo das BFI uns ein luxuriöses Abendessen spendierte. Die Programmplaner dieses Events, Kyle Stepahn und Dominic Buchanan behandelten Violetta, Emilia und mich wie Königinnen. Unnötig zu sagen, dass wir das genüsslich auskosteten.

Petra Joy and friends at the BFI

Uns wurden ein paar Flaschen Sekt spendiert und wir fühlten uns wie richtige VIPs. Wie aufregend, mit Wein und Abendessen verwöhnt zu werden und ausgewählt worden zu sein, unsere Filme bei so einem renommierten Festival zeigen zu dürfen. Wir konnten alle nicht aufhören zu lächeln und – lasst uns ehrlich sein – den Sekt wegzuhauen. Ich trinke nicht viel, war aber sehr nervös und der Sekt half, meine Nerven zu beruhigen.

Nach dem Dinner trafen wir eine andere Schwester unserer Erotikfilm-Familie – Valkyrie, die in “Feeling It!” auftritt. Sie leistete uns Gesellschaft und wir wurden in den Green Room geführt (der war zwar nicht grün, aber rundherum verspiegelt, was fantastisch zum Drehen wäre, wie ich mir nicht helfen konnte zu bemerken). Es war aber nur wenig Zeit, um weitere Getränke zu uns zu nehmen, weil wir in das ausverkaufte Kino geleitet und dort dem Publikum vorgestellt wurden.

Wir sprachen auf der Bühne über unsere Philosopie, Hoffnungen und Träume und wurden von Florence Fradelizi und ihrer Liebhaberin Catherine Corringer unterstützt, die beide zusammen lesbische Filme drehen.

Der ganze Programmteil “Female Fantasies” war eine aufregende Auswahl von Kurzfilmen, die komplett verschiedene weibliche Fantasien und Träume zeigten. Der „Girl who like porn workshop“ aus Barcelona zeigte eine Szene unter zwei Frauen, die in einem fast leeren Raum unter hellem Licht gedreht wurde. Es gab keine atmosphärische Beleuchtung und keinen Set als solchen – nur eine kleine Bühne, auf der die Mädels, die total geil aufeinander waren, sich die Kleidung vom Leib rissen. Sie haben es definitiv gefühlt und nicht gespielt, und weil kein Styling ins Set geflossen war, wurde deutlich klar, dass die Chemie zwischen den Darstellerinnen der wichtigste Faktor ist, wenn man einen aufregenden Porno drehen will. Ich war außerdem von Florence Fradelizis Kurzfilm beeindruckt. Florence zeigt sich, wie sie ihre Freundin mit einem Strap-On in einer Toilette fickt – ich bin also nicht die einzige, die davon fantasiert, an öffentlichen Orten zu cruisen. Mein Kurzfilm „Cruising“ (ein Ausschnitt aus „Female Fantasies“), der gezeigt wurde, enthält auch eine Frau mit einem Strap-On in einer öffentlichen Herrentoilette, aber sie hat drei Typen zu ihrer Verfügung statt eines Mädels oder zwei. Die Lesbierinnen im Publikum rutschten schon ungeduldig in ihren Sesseln herum, weil es eine Weile dauert, bis meine Hauptdarstellerin die Szene betritt, und natürlich machte es sie nicht an, drei Männer beim Rummachen anzuschauen. Hut ab für Kyle Stephan, der meinen Film für die Vorführung auswählte, weil der nicht „lesbisch“ sondern wirklich sehr „queer“ ist. Es ist großartig, dass er gezeigt wurde, um dem Publikum eine nahtlos ineinander übergreifende Gender-Auswahl an Erotika zu bieten.

Girls night out

Von einem künstlerischen Standpunkt aus betrachtet, gefiel mir auch Catherine Corringers “This is the girl!” – eine Szene, die Boxerhandschuhe, einen kleinen Dildo und eine weibliche Ejakulation beinhaltet. Sie ist wunderschön gedreht, intim und intensiv. Ich muss die ganze Zeit daran denken, was für eine großartige DVD das Kurzfilmprogramm hergeben würde, um eine riesige Auswahl von weiblichen sexuellen Begierden und Techniken zu repräsentieren. Ich wünschte, ich hätte die vertrieblichen Möglichkeiten, so eine gemeinsame DVD zu veröffentlichen – die wäre wirklich einzigartig und würde so vielen Menschen die Augen öffnen.

Als „Sailor’s Bride“ (ein Ausschnitt aus „Feeling It!“) gezeigt wurde, war das besonders für Emilia aufregend, weil sie noch nicht mal die Muster oder die Schnittfassung dieses Films gesehen hatte, um sich diesen Moment für die große Leinwand aufzusparen. Sie hat es geliebt, genau wie das Publikum, selbst wenn die „Sailor’s Bride“ verglichen mit den anderen Filmen, die gezeigt wurden, sehr „femme und hausfräulich“ wirkt.

Nach der Vorführung brauste uns Valkyries Freundin in ihrem schwarzen Porsche zu Valkyries umwerfender Wohnung, wo wir Sekt tranken und bis 4 Uhr morgens über Pornos, weibliche Begierden und Beziehungen sprachen.

Es war eine großartige Nacht, die ich nie vergessen werde. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um dem LGFF für die Einladung zu danken und meinen Freundinnen dafür, dass sie zu dieser nach unserer harten Arbeiten so ersehnten Feier mitgekommen sind. Ein Toast darauf, dass die Zukunft noch viele weitere Nächte wie diese für uns bereit hält …

Es gab noch viele weitere spannende Vorführungen und Events beim BFI. Sie werden außerdem eine meiner Porno-Parodien zeigen, „Girls and Vegetables“: am 2. April um 23 Uhr im Kino 2, nach „In search of the wild kingdom”… Schaut euch das ganze Programm auf www.bfi.org.uk an.

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