Monthly Archives: Mai 2008

No sex in the city

Sex and the City

Letzte Nacht habe ich mir mit meiner besten Freundin Erica “Sex and the City” angeschaut. Ein echter Frauenabend mit Stil, einem Abendessen beim Thailänder, gefolgt von Sekt-Cocktails, um uns auf einen Wohlfühlfilm mit Biss vorzubereiten. Das Kino war ausverkauft. 95 % des Publikums war weiblich.

Der Film fing lustig und flamboyant an, aber je weiter es ging, desto unwohler fühlte ich mich. Alle Hauptfiguren schienen aufgehört zu haben, in der echten Welt zu leben und sich zu entwickeln. Wir haben sie fast nie arbeiten sehen und keine von ihnen experimentierte sexuell mit Toys, schaute Pornos oder nahm an sinnlichen Workshops teil. Sie hatten es sich alle in der gemütlichen heterosexuellen Monogamie bequem gemacht. Was mich am meisten nervte, war der Schluss. Der hätte aus einem Film der 1950er sein können: Carrie nahm Mr. Big nur Sekunden, nachdem sie ihn wiedergesehen hatte zurück – obwohl er sie am Altar hatte stehen lassen, sie seit sechs Monaten nicht miteinander gesprochen hatten und sie durch die emotionale Hölle gegangen war. Keine Fragen wurden gestellt, keine Regeln vereinbart. Warum mussten sie überhaupt heiraten? Warum konnte sich kein glücklicher Single sein oder mit jemandem ausgehen, der bereit ist, sich zu binden und kein Problem damit hat, ihr die große Hochzeit ihrer Träume zu geben? Oh und Miranda – warum konnte sie nicht (wie die Schauspielerin im echten Leben) ihre bisexuelle Seite entdecken und sich in eine Frau verlieben anstatt Steve zurück zu nehmen? Charlotte ist natürlich die perfekte Hausfrau geworden. Glücklich verheiratet, Mutter einer Adoptivtochter, sagt sie: „Ich habe alles, wovon ich je geträumt habe“ und verschwendet keine weiteren Gedanken an ihre eigentliche wahre Liebe – die Kunst. Carries Assistentin, so um die Zwanzig, verzichtet auf ihren Traumjob und ihr Leben in NYC, um ihren Freund zu heiraten, nachdem er mit ihr Schluss gemacht hatte, und zieht zurück – haltet euch fest – nach Louisiana. Und Samantha verlässt den einzigen heißen Typen in dem Film, weil sie gelangweilt und nicht ausgefüllt ist, anstatt dass sie mehr Zeit füreinander schaffen oder sie ihr Leben mit ihm an ihrer Seite lebt. Aber sogar nach der Trennung ist sie unzufrieden: Sie schien sogar als Single nicht in ihr altes Leben als Abenteurerin zurückzufinden und gibt sich lieber mit fröhlichem Frustessen zufrieden.

Die meisten Frauen in dem Kino waren in ihren Zwanzigern. Welche Botschaften werden ihnen mitgeteilt, welche Lektionen werden sie lernen? Die „Sex and the City“-„Ikonen“ sind keine Heldinnen mehr, die ihre eigenen Träume verwirklichen, sexuell experimentieren und in verschieden Beziehungsmodellen leben – nur noch oberflächliche Frauen, die Cocktails trinken, über Mode reden und die alles dafür geben würden, mit „dem Einen“ glücklich zu werden. Es ist seltsam, dass ausgerechnet die Filme, die für Frauen zu sein scheinen, uns immer einen Dämpfer verpassen.

Ich erinnere mich mit Schrecken an die Botschaft von “All about Anna” – bejubelt als der ultimative Frauenporno. Die sexuell befreite Frau wird als Alkoholikerin dargestellt, und Anna wird von ihrer „großen Liebe“ das Herz gebrochen. Als er ohne ein Wort für Jahre verschwindet, beginnt sie, sexuell zu experimentieren, findet aber nie ihr wahres Glück. Das ist das Privileg ihrer „wahren Liebe“, wenn er nach so etwa 5 Jahren zu ihr zurückkehrt. Natürlich nimmt sie ihn zurück, Fragen werden keine gestellt. Arghhhh. Lasst uns einen Film machen, der wirklich widerspiegelt, wie moderne befreite Frauen leben und lieben – die vielen Varianten der Sexualität, Beziehungen und Definitionen von „Glück“. Wir haben uns entwickelt und erforschen und wachsen weiter. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

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Design-a-vagina

Vagina Wall

Ich habe in der letzten Zeit an einem Artikel gearbeitet, den ich für das Forum Magazine über inspirierende Vagina-Kunst schreibe und über den besorgniserregenden Trend in der plastischen Chirurgie, geklonte Designer-Vaginas zu kreieren. Während meiner Recherchen stieß ich auf Jamie McCartney, einen Body Caster mit Sitz in Brighton, der grade an einem Werk sitzt, das er „Desgin-a-Vagina“ nennt. Er gießt Vagina-Abgüsse von 160 Freiwilligen, um sie alle nebeneinander auszustellen als ein Fest der Unterschiedlichkeit. Er sagt:

“Für viele Frauen ist ihre Vagina eher eine Quelle der Scham als des Stolzes, und dieses Werk möchte die Balance wiederherstellen – zeigen, dass alle unterschiedlich sind, alle sind normal und jede ist schön.“

Ich konnte mir nicht helfen und musste einfach eine der Vagina-Freiwilligen sein und meinen Muschi-Abguss stolz für die Kunst spenden. Die Erfahrung dauerte nur fünf Minuten und ja, lasst uns ehrlich sein, es fühlte sich nicht grade erhaben an, auf eine Holzbank zu klettern und meine Beine für einen völlig Fremden zu öffnen, der sich OP-Handschuhe anzieht, um Nivea und dann blauen Glibber auf meine Muschi zu kleistern, aber sobald der Glibber drauf war, fühlte es sich gut an. Kalt und klebrig gleichzeitig. Der beste Teil war der, wo der Abguss abgenommen wurde. So hatte ich meine Pussy noch nie gesehen – dreidimensional und direkt vor meinem Gesicht. Das schlägt ein ungelenkes Spiegelbild jederzeit. Ich mag meine Möse jetzt sogar noch lieber, nachdem ich sie mir gut angeschaut habe. Ich finde sie schön in ihrer fleischigen Fülle. Dank Jamie wird meine Vagina also Teil einer Kunstinstallation sein und außerdem meine Schlafzimmerwand verzieren. Möge dieses Stück inspirierender Kunst dazu beitragen, Frauen zu befreien und sie zu lehren, ihre Muschies, Mösen und Yonis in all ihrer Herrlichkeit zu lieben! Wenn ihr mehr über „Desing-a-Vagina“ erfahren möchtet und vielleicht eure Muschi für das Projekt spenden wollt, schaut auf: www.brightonbodycasting.com

Petra's Casting with Jamie McCartney

Während ich meinen Artikel schrieb, stieß ich außerdem auf Grit Scholz, eine Fotografin und Verlegerin aus Deutschland, die viele Vaginas von Freundinnen und sogar von ihrer Mutter fotografiert hat, um mitzuhelfen, ein altes Tabu zu brechen. Sie hat ihr Buch „Das Tor ins Leben“ (www.lebensgut-verlag.de) unabhängig publiziert, damit sie es exakt so machen konnte, wie sie es wollte. Keine Kompromisse. Grit sagte mir:

„Die Scheide wurde im Christentum in dem Moment zum Tabu als uns gesagt wurde, dass eine Jungfrau Christus empfangen und geboren habe. Dieser Mythos reflektiert den Glauben, dass Sex dreckig sei. Das ist zwar eine uralte Sichtweise auf das weibliche Geschlecht und die Sexualität, aber die meisten von sind noch immer unterbewusst davon beeinflusst. Das Thema „Scheide“ ist heutzutage immer noch ein Tabu – niemand will es anrühren.“

Wir sehen einen Typ von geklonten, rasierten und schmallippigen Vaginas im Porno, aber außer in Pornofilmen sehen wir sehen wir kaum welche, und viele von uns wissen noch nicht einmal, wie unsere eigene Muschi aussieht. Mit ihrem Bildband will Grit uns belehren, inspirieren und ermutigen, gut hinzuschauen, damit wir vor Stolz strahlen können anstatt uns zu schämen. Sie sagte mir:

“Im krassen Gegensatz zu unserer religiösen Konditionierung ist die Pornografie ein Druckventil, das viele Menschen benutzen, um Dampf abzulassen und ihre körperlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Für mich ist die meiste Pornographie nicht mit unseren Seelen verbunden, da sie keine wahre Intimität mit anderen Menschen zeigt. Und deshalb können sie die meisten Menschen akzeptieren – sie ist weit von unseren Seelen entfernt und damit auch von unserer sozialen Konditionierung. Was ich mit meiner Arbeit erreichen möchte ist, Körper, Geist und Seelen zu vereinen, wenn wir uns unserer Sexualität und Genitalien nähern.“

Die immer schlimmer werdende Obsession der Genitalpflege und auch die zunehmende Anzahl von Frauen, die Pornos schauen, hat bei den Frauen zu einem riesigen Trend geführt, diese „perfekte“ Vagina zu wollen: keine Schamhaare und kleine, delikate, fast unsichtbare innere und äußere Lippen. Jede kann so eine Designervagina haben, für etwa 5000 Pfund, eine Menge Schmerzen und das Risiko einer Operation unter Vollnarkose.

Ich finde die Vorstellung von geklonten Körperteilen beunruhigend. Für mich ist Einzigartigkeit sexy. Der Schlüssel ist, sich selbst zu lieben. Wenn wir unsere Individualität nicht akzeptieren können und uns stattdessen gedrängt fühlen, uns anpassen zu müssen, dann könnte es sein, dass wir mehr bekommen als uns lieb ist. In einem kürzlich erschienenen Artikel im Britisch Medical Journal warnt die Autorin Sarah Creighton, eine bekannte Londoner Gynäkologin, vor den Gefahren, sich die Vagina beschneiden zu lassen, um ihr einen ansprechenderen Look zu geben:

„Einschnitte in jeden Teil der Genitalien könnte die Empfindsamkeit beeinflussen!“

Frauen, die ihre Genitalpflege ins Extrem treiben, könnten also einen Sinnesverlust riskieren, wo es am meisten drauf ankommt. Das wäre ein sehr hoher Preis für den perfekten Look – kein Gefühl mehr und dadurch weniger oder überhaupt gar keine Orgasmen mehr. Wenn das der Fall wäre, würde die Suche nach dem ultimativen Look und der sexuellen Empfindung auf dramatische Weise ins Auge gehen, und das Ergebnis dieser umstrittenen Operationen wäre vergleichbar mit Genitalverstümmelungen (dem Beschneiden der Klitoris), die immer noch praktiziert werden, besonders in vielen afrikanischen Ländern. Die Ironie liegt darin, dass die Genitalverstümmelungen gegen den Willen der Frauen durchgeführt werden, die Schönheitsoperationen in der westlichen Welt aber von den Frauen gewünscht werden, die verzweifelt versuchen, sich unrealistischen Standards anzupassen. Was soll ich sagen – wie immer man es nennt: Vagina, Muschi, Fotze – liebe sie und genieß’ sie! Ihr wisst, dass Freiland immer am besten schmeckt.

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With passion

Petra at Passion

Ich bin grade zurück von der allerersten “Passion”-Show in London. Das Design der Show gefiel mir sehr: alles war Schwarz und pink mit pinken Plüschteppichen, die zu einer riesigen Auswahl sinnlicher Waren führten. Ich habe mir einen wundervollen Mini-Zylinder gekauft, der mit Leopardenfell bezogen ist. Viel Spaß hatte ich im Video Dorf, wo ein halbes Dutzend gogo-Boys hüpften und sich abrackerten, um die heißen Schwulen-DVDs von Corolo Films zu bewerben. Es ist immer ein Vergnügen, Bi-Boys zu treffen, und es war eine erfrischende Abwechslung von den anderen Fachmessen, mal ein wenig „Guy Candy“ zu sehen anstatt die üblichen Mädels in Hotpants mit Silikonbrüsten. Ich habe außerdem viel Zeit am Vibra Fun-Stand verbracht, die vibrierende Peitschen und Gerten verkaufen. Das ist eine geniale Idee. Vor ein paar Jahren habe ich diese Idee des perfekten Petting-Toys einigen Toy-Produzenten vorgeschlagen, aber niemand hatte Interesse. Nun hat Vibra Fun ein ganzes Sortiment herausgebracht, und ich bin sehr beeindruckt. Die Gerten und Peitschen vibrieren leise in verschiedenen Stufen und sind dabei voll funktionstüchtige Spanking-Werkzeuge. Ich danke dem Leiter von Vibra Fun, die mich mit einem ganzen Satz neuer Erotika und wirklich exotischen Toys ausgestattet haben. Ich freue mich sehr darüber.

Weitere Infos über ihr ganzes Sortiment: www.vibrafunproducts.com

Passion Show

Mir gefiel auch die Varieté-Show mit vielen unterschiedlichen weiblichen und männlichen DarstellerInnen des Londoner Varietéfestivals. Ich suchte außerdem einen Vertrieb für meinen ersten Soft-Schnitt „Sensual Seduction“, einer Zusammenstellung meiner sinnlichsten Szene aus „Sexual Sushi“ und „Female Fantasies“. Da dieser Film ab 18 ist, kann er in allen Einzelhandels- oder Online-Geschäften verkauft werden. Ich habe ein paar gute Kontakte geknüpft, besonders über Christian von Corolo Films, also Daumen drücken. Dieser Film wird bald auch direkt über meine Webseite erhältlich sein.

Die Show hatte eine richtig anspruchsvolle Atmosphäre, die ich sehr genossen habe. Ich hoffe, sie war ein riesiger Erfolg für die OrganisatorInnen und AustellerInnen, und dass sie nächstes Jahr wieder stattfinden wird.

Ich bin voll beladen mit vielen aufregenden  Sachen nach Hause gekommen. Meine Auswahl an Peitschen und Gerten, die aus meiner „Passion“-Tasche herausragten, haben im Zug ein paar Augenbrauen nach oben gehen lassen. Mir machte das nichts aus, ich lächelte weil ich es kaum erwarten konnte, nach Hause zu kommen und zu spielen …

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Maria and Me

Maria Beatty and Petra Joy

Wenn man in die Regale eines üblichen Sexshops schaut, könnte man leicht glaube, dass es fast gar keine weiblichen Filmemacherinnen gibt, die kreative Pornos aus Frauenperspektive machen. Das stimmt aber nicht. Durch das Netzwerken habe ich andere talentierte Frauen entdeckt, die unabhängig Filme für Frauen produzieren, es ist ein Vergnügen, mit ihnen in Verbindung zu stehen. Manchmal reicht es nicht, nur eine E-Mail zu schreiben oder sich anzurufen, und man muss sich auf eine Flasche Sekt in der Sonne verabreden! Ich war habe mich sehr darauf gefreut, ein bisschen Sprudelwasser mit der Hohepriesterin des lesbischen s/m-Pornos du teilen: Miss Maria Beatty. Maria hat das Genre „Porn noir“ erschaffen – ähnlich zum Film noir enthält es flackernde schwarzweiß-Bilder – ein völlig neuer Ansatz in der oft sehr hellen und bonbonfarbenen Welt der Pornos.

Ihr hypnotisches Debüt “The Black Glove” war ein intimes Porträt eines sadomasochistischen Treffens von ihr und einer dominanten Partnerin. Der inzwischen legendäre Film machte die bezaubernde Unterwürfige zum Kultstar in der weltweiten Fetischszene. In zehn Jahren hat Maria mit ihrer Produktionsfirma Bleu Productions mehr als 35 lesbische Fetischfilme und einen Spielfilm produziert und gedreht, und ein zweiter Spielfilm wird dieses Jahr fertig …

Da Maria nicht weit von mir wohnt – gleich auf der anderen Seite des Kanals in Paris, entschloss ich mich, sie für ein Interview zu treffen, das Teil eines Buches und eines Films über Frauen im Porno wird, an dem ich grade arbeite. Wir trafen uns an der Seine an einem wunderbar sonnigen Samstagnachmittag. Sie brachte ihre Freundin Ursula mit und ich kam mit einer meiner liebsten Darstellerinnen und guten Freundin Violetta. Wir haben viel gelächelt und gelacht, während wir über unsere Arbeit plauderten – die Freude, die es uns bereitet, unsere einzigartigen Filme zu erschaffen und die Kämpfe, die wir als wahre Unabhängige ausfechten, um einen Vertrieb zu finden und gesehen zu werden.

Weil sie sich der totalen Kontrolle über ihre eigene Arbeit verschrieben hat, hat sich Maria Beatty, genau wie ich, als echte Unabhängige etabliert, die mit Anerkennung und Preisen für ihre kompromisslose Arbeit geehrt wird. Ihr persönlicher Ansatz schafft eine authentische Sinnlichkeit, die im Erotik-Kino selten zu sehen ist. Sie genießt es, ihr Publikum in die verführerische Welt des Fetisch zu entführen.

Ihre Arbeit ich extrem kontrovers, weil sie nicht einfach ein seichtes Liebesspiel zeigt sondern bis an die Grenzen geht und Bondage, Fisting, Golden Showers etc. in ihren aufregenden s/m-Scenarien zeigt.

Maria macht alles selbst: Regie führen, Kamera, Schnitt, Marketing und Vertrieb. Man kann sie oft bis tief in die Nacht Pakete mit ihren DVDs packen sehen, um Bestellungen abzuwickeln, die aus der ganzen Welt eintreffen. Nachdem sie seit zehn Jahren unabhängig arbeitet, hat sie nicht das kleinste Bisschen Enthusiasmus verloren. Ihre Freude und Energie sind ansteckend und haben mich motiviert und angespornt, mit meinen Filmen weiterzumachen. Sie sagte mir auch, dass sie meine Filme bahnbrechend findet und dass sie noch nirgends Hetero-Erotikfilme gesehen hat, in denen die Frauen dermaßen verwöhnt werden wie in meinen Filmen. Sie hofft, dass die einzigartige Qualität meiner Arbeit endlich anerkannt wird. Danke dir, Maria, für die wundervolle Zeit und deine unterstützenden Worte und Lächeln. Ich hoffe, dass ich im Sommer einige Tage an Marias Set sein darf, wenn sie ihren zweiten Spielfilm in Berlin drehen wird. Wenn du mehr über ihre unglaubliche Arbeit herausfinden willst, gehe auf:: www.bleufilms.com

Violetta und ich hatten noch einen wundervollen Aufenthalt in Paris, schlürften noch mehr Sekt, besuchten den Crazy Horse Club und haben ein paar Sexshop-Betreiber mit unserer Mission verwirrt, frauenfreundliche Pornos zwischen der Masse der Fließbandpornos finden zu wollen. Unnötig zu sagen, dass wir keine gefunden haben. Eines Tages wird sich das aber alles ändern! Genau in diesem Moment vollzieht sich in der Erotikindustrie eine Revolution, und in ihrem Herzen stehen Frauen. Frauen arbeiten weltweit und rund um die Uhr daran, Sinnlichkeit und Kreativität, Humor und Magie zurück in den Sex zu bringen. Und es fühlt sich fantastisch an, ein Teil davon zu sein!

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Win some, lose some

A Scene from Cruising

Ich bin so aufgeregt, weil heute mein feministischer Pornopreis für die “Beste Bi-Szene” angekommen ist. Es war mir nicht möglich, nach Toronto zu fliegen, um ihn persönlich entgegenzunehmen, daher möchte ich den OrganisatorInnen dafür danken, dass sie mir die einzigartige gläserne Butt Plug-Trophäe geschickt haben!

Es ist interessant, dass mir dieser Preis für eine meiner kontoversesten Szenen verliehen wurde: “Cruising” aus “Female Fantasies”. Diese Szene basiert auf einer weiblichen Fantasie, wie es wäre, wie Männer zu cruisen oder spontanen anonymen Sex an öffentlichen Orten zu haben: ein Treffen von unzensierter Leidenschaft. Die Szene beginnt damit, dass drei Bi-Männer in einer Toilette rummachen – die Art von Augenweide, die Frauen sehen wollen: verschiedene Männer, die sich gegenseitig heiß machen. Nach dieser Erfahrung ist der nächste Schritt in der weiblichen Fantasie, zu den Jungs zu stoßen und sie nach deinen Regeln spielen zu lassen. In „Cruising“ ist die Frau, die zu den Männern kommt, mit einem dicken scharzen Strap-On ausgestattet, den ihr die Männer lutschen. Es ist erfrischend und aufregend, eine Frau zu zeigen, die einen Blowjob erhält und nicht immer nur gibt. Wie blasen die Jungs? Für die Frau, die auf den Kerl hinunterschaut, der ihren Strap-On lutscht, geschieht das Gefühl, das sie anmacht, in ihrem größten Sexorgan – zwischen ihren Ohren – bevor es langsam zwischen ihre Beine gelangt.

Männliche Bisexualität und weiblich/männliche Rollenvertauschungen sind im Mainstream-Porno noch immer ein riesen Tabu. Daher wurde diese Szene von einem meiner größten Vertragspartner zensiert, die „Female Fantasies“ nur auf ihre Regale ließen, wenn diese spezielle Szene, die sie „hässlich, dreckig und imageschädigend“ nannten, herausgeschnitten wurde.

Ich musste lange und schwer überlegen, was ich tun sollte und habe mich schließlich entschlossen, sie diese Szene schneiden zu lassen, weil es mir lieber war, dass 90% meiner Inhalte ihre Kundschaft erreichten als gar keine. Deshalb gibt es jetzt einen Director’s Cut von „Female Fantasies“ und eine zensierte Version.

Sie haben vergessen, mir zu sagen, dass sie auch mein ganz besonderes Feature herausschneiden würden, eine Pornoparodie darüber, wie der Mainstream-Porno einen Dreier drehen würde. In meiner ursprünglichen Szene, „Car Wash“, wird die Frauen von zwei Kerlen verwöhnt – nur mit Händen und Zungen. Ich wollte nicht die Erwartungshaltungen erfüllen, die die Leute aus anderen Pornofilmen mitbringen würden. Ich wollte keine Doppelpenetration zeigen und wie die Männer sich ihren Körper brüderlich teilen als wenn es nur ein Stück Fleisch wäre. In der Parodie haben wir ihr eine lange blonde Perücke gegeben, künstliche rote Fingernägel aufgeklebt und ihr das rauchigste Augen-Makeup verpasst. Die Typen waren eingeölt und sie wurden angewiesen, ständig in die Kamera zu schauen, um damit anzugeben, wie „heiß“ sie sind. Sie fingen dann an, sie (vorgetäuscht) auf dem Grill klar zu machen, während sie in die Kamera stöhnt, ihr Haar zu schütteln und ihren Zeigefinger lutscht. „Spiel es vor, fühle es nicht“ par exemplum.

Wenn ich gefragt werde, was meine Filme von Mainstream-Pornos unterscheidet, zeige ich immer diese zwei Szenen und unter viel Lachen verstehen es alle sofort. Ich finde es absurd, dass diese Szene herausgeschnitten wurde, weil sie so einzigartig ist und alle zum Lachen bringt. Es scheint jedoch, dass die Pornoindustrie sehr feinfühlig auf Kritik reagiert und damit nicht umgehen kann, selbst wenn sie mit Ironie gemacht wurde.

Ich hoffe wirklich, dass die Industrie, besonders die Pornofilm-Vertriebe und -Händler, offener werden und ungewöhnliche Szenen begrüßen, die die existierenden Regeln in Frage stellen und brechen – anstatt sie zu zensieren.

“Cruising” wurde jüngst unter großem Beifall bei dem renommierten BFI in London gezeigt, während des Lesbischen und Schwulen Filmfestivals. Ich wurde eingeladen, diese Szene und meine Pornoparodien bei sechs weiteren internationalen Filmfestivals zu zeigen. Und jetzt gewinne ich einen Preis für die Cruising-Szene.

Das zeigt einfach, dass das, was für eine Person Dreck ist, eine andere für Kunst hält. Visualisierte Fantasien sind mächtig und bringen viele Hebel in Bewegung. Je nachdem woher man kommt, kann die Reaktion auf eine innovative Szene positiv oder negativ ausfallen. Und das sagt nichts über die Qualität der Szene selbst aus. Wenn sie Ideen polarisiert, ist es wichtig, dass sie gemacht wurde.

Das bestätigt mir nur, dass ich mit meiner Arbeit als unabhängige Filmemacherin weitermachen muss, denn wenn mich ein großer Name finanzieren würde, wäre es so gut wie sicher, dass sie die Inhalte kontrolliert hätten und „Cruising“ wäre nie entstanden …

Was die Industrie braucht ist nicht mehr von denselben, sondern eine größere Vielfalt an Pornos. Es sollte sogar so etwas wie eine Auszeichnung für neue Talente geben, der von der Industrie ausgerichtet wird. Dadurch wird sich die Industrie verjüngen können und neues Interesse erzeugen, und vielleicht sogar ZuschauerInnen zurückgewinnen, die schon vor langer Zeit das Interesse verloren haben.

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Competition Time

Passion

Tickets für die Passion-Show und noch mehr zu gewinnen!

London hat ein neues Erotika-Lifestyle-Event, das sich speziell an Frauen und Paare wendet. Es startet am Wochenende des 24./25. Mai. Diese Show wird eine große Bandbreite an Unterhaltungen liefern, von Varieté bis zu vielen Ständen, an denen Korsagen, Luxus-Toys etc. verkauft werden: www.passion-uk.com.

Passion hat uns 5×2 Tickets spendiert, im Wert von 30 Pfund. Um ein Paar Tickets zu gewinnen, schreib mir bitte eine E-Mail mit ein paar Sätzen darüber, was für ein erotisches Szenario du gerne in meinem nächsten Film sehen würdest. Du musst nicht ins Detail gehen, ein paar Sätze genügen. Eure Einsendungen werden vertraulich behandelt. Unsere fünf Favoriten werden die Tickets gewinnen und die nächsten fünf werden mein limitierte Ausgabe von erotischen Spielkarten gewinnen, die ich fotografiert habe. Bitte schickt eure Ideen zusammen mit einer Telefonnummer und eurer Adresse, damit wir euch die Preise zuschicken können. Viel Glück!

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