Monthly Archives: Juni 2008

It’s an honour

Petra Joy

Ich habe soeben herausgefunden, dass ich zwei Nominierungen für das diesjährige internationale Erotikfilmfestival in Spanien (www.ficeb.com) erhalten haben. Ich bin total aufgeregt, weil ich als „Beste Regisseurin“ und „Feeling It!“, meine Neuerscheinung, als „Bester Film“ nominiert wurde. Letztes Jahr habe ich den Preis für den „Besten ‚Soft’-Film“ für „Female Fantasies“ gewonnen. Dieses Jahr wurde ich in das „Allerheiligste“ der Hard-Core-Preise eingeladen. Die beiden renommiertesten Nominierungen gehören mir, und ich kann nicht aufhören zu lächeln.

Neben den wohletablierten männlichen Regisseuren, den Schwergewichten der Pornoindustrie, bin ich die einzige nominierte weibliche Regisseurin. Marc Dorcel, Rocco Siffredi, Paul Thomas und John Leslie. Es fühlt sich gut an, von der Industrie anerkannt zu werden. Letztes Jahr haben sie auf der Venus-Preisverleihung in Deutschland die neue Kategorie „Weiblicher Hard-Core“ eingeführt. Ich weiß, dass sie es gut meinten, als sie eine einzigartige Kategorie für Frauenpornos schaffen, aber ich glaube, dass wahre Gleichberechtigung bedeutet, dass sowohl ein Mann als auch eine Frau für „Beste Regie“ und „Bester Film“ gewinnen kann. Ich finde, es wäre toll, wenn es einen Preis gäbe für alternative Pornos, die unabhängig produziert wurden – egal, ob ein Mann oder eine Frau Regie führt. Unabhängig zu produzieren ohne das finanzielle Unterstützung und die Werbekampagnen einer der großen Firmen im Hintergrund ist ein echter Verdienst, und das sollte anerkannt werden. Es sind die unabhängigen ProduzentInnen, die die so genannten „Alt Porn“ ins Leben rufen – alternative Pornos, die frisch und aufregend sind. Ich würde auch eine Auszeichnung für Kreativität begrüßen, da die meisten Pornos so langweilig sind und sich so sehr wiederholen, dass es der Industrie gut tun würde, Kreativität anzuerkennen und zu belohnen. Neue Talente, die kreative Lösungen für die „Sex nach Zahlen“-Formel finden, können helfen, die Industrie zu verjüngen, uns dazu bringen, jenseits der üblichen Schemata denken lassen und uns schließlich sexuell zu befreien.

Ich weiß nicht, wie meine Chancen stehen, einen dieser Preise dieses Jahr zu gewinnen. Ich bin schließlich neben sehr berühmten und talentierten Regisseuren und Filmen mir großen Budgets nominiert, hinter denen die Giganten der Industrie stehen – Firmen wie Vivid oder Private. Sie können sich Drehorte und eine Ausrüstung leisten, von der ich nur träumen kann. Dann wiederum habe ich meinen kreativen und verrückten Kopf, der auf besondere Art funktioniert – vielleicht gibt es also eine winzige Chance, dass ich dieses Jahr mit einem Preis bekommen werde. Jetzt aber bin ich erstmal hochglücklich darüber, dass ich nominiert bin und kann es nicht erwarten, nächsten Mittwoch für die große Galaveranstaltung in Madrid zu sein. Es wird ein großes Fest und ich werde Teil davon sein, und das ist alles was zählt.

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My Bum Fetish

Iron Butt

Im Sommer ist der Garten mein Lieblingszimmer der Wohnung. Ich arbeite und spiele darin – verbringe Stunden am Laptop in der Sonne. Ich suche immer nach ausgefallenem Nippes, um dieses „Zimmer“ noch magischer zu machen. Mein wertvollster Besitz ist der Whirlpool, wo ich viele Abende nach einem harten Arbeitstag ausspanne. Ich ziehe meine eigenen Erdbeeren, Salat und viel süße Erbsen. Vor kurzem wurden viele runde Spiegel hinzugefügt und eine glitzernde Diskokugel. Der allerneueste Zuwachs ist jedoch ein umwerfender frecher Hintern. Es ist der Hintern meines Freundes, der in Eisen gegossen wurde und nun verführerisch aus der Wand herausragt.

Ich liebe diesen Hintern und will ihn so viel wie möglich sehen. Wenn mein Freund vor mir die Treppe hoch geht, bin ich in Sekunden zum Spielen bereit. Das leichteste Wackeln dieses perfekten Pfirsichs macht mir weiche Knie und mich feucht zwischen den Beinen.

Männerhintern sind gleichzeitig heiß und höchst unterschätzt. Es sind die einzigen wirklichen Kurven am eckigen Männerkörper, und ich werde magnetisch von ihnen angezogen. Ich liebe es, dass sie nicht weich und schwammig sind sondern muskulös und fest. Man kann sie klatschen und ficken und ich kann gar nicht genug von ihnen bekommen. Es ist auch heiß, dass zwischen den Pobacken das Tor zur erogensten Zone des Mannes liegt: der Prostata (was für ein furchtbarer, medizinischer Name), die ich liebend gerne massiere, bis sie schwillt, heiß wird und die spektakulärsten Orgasmen auslöst. Pirelli mag einen Möpse-Kalender machen, aber ich will einen Kalender mit Männerhintern. Für mich machen’s die Hintern, und ich will mehr von ihnen sehen. Wenn ich auf den ikonischen Hintern in meinem Garten schaue, macht mich das glücklich, weil ich an die Genüsse denke, die vor mir und bald in meinen hungrigen Händen liegen.

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Together we are unstoppable!

Petra Joy and Candida Royalle

Ich komme soeben von einer Reise nach Amsterdam zurück, wo ich die wundervolle Candida Royalle für meine anstehende Dokumentation über weibliche Pornografinnen getroffen und interviewt habe. Candida, die nun schon seit zwei Jahrzehnten in den Staaten sinnliche Pornos für Frauen produziert und auch Regie führt, ist nicht nur eine Pionierin sondern auch eine Veteranin, wenn es darum geht, weibliche Erotikfantasien zu visualisieren. Über die letzten Monate hinweg sind wir Brief- oder besser „Tastatur“-Freundinnen geworden und schreiben uns regelmäßig, um zu netzwerken und uns gegenseitig über den Atlantik hinweg zu inspirieren. Da Candida in Amsterdam war, um mit der Designerin von Natural Contours zu arbeiten, einer frauenfreundlichen Sextoy-Linie, die sie mit kreiert hat, dachte ich: Lass uns treffen und das lange überfälllige Glas Sekt miteinander trinken. Wir trafen uns und haben uns blendend verstanden. Es war wundervoll, mit Candida über frauenfreundliche Toys zu reden und darüber, was Frauen von Pornos wollen, Designer-Vaginas und die Zukunft der Erotikindustrie. In ihren zwei Jahrzehnten, in denen sie alternative Pornos gemacht hat, hat Candida so viel Wissen und Weisheit gesammelt, dass es mir eine Ehre war, es auf Film zu bannen. Haltet Ausschau nach der Dokumentation, die ich bis zum Jahresende fertigstellen will. In ihr wreden viele der weiblichen Schlüsselfiguren des Pornos vorkommen: Candida Royalle, Annie Sprinkle, Anna Span, Maria Beatty und viele weitere.

Ich war froh, dass sie durch mein Netzwerken mit dem von Frauen betriebenen alternativen Sexshop „Mail and Female“ über Candidas Besuch erfahren und beschlossen hatten, sie zu einem Abend über Pornos einzuladen. Und was war das für ein umwerfendes Event. Das Haus war ausverkauft, 75 Frauen nahmen teil, tranken Sekt mit Himbeeren und tauschten ihre Ideen darüber aus, was Sexfilme zu Frauenpornos macht. Ella, die Pornoexpertin von „Mail and Female“, hatte einen Film mit vielen verschiedenen Porno-Clips von weiblichen Regisseurinnen zusammengestellt, um zu illustrieren, wie viele verschiedene Visionen von Frauenpornos es gibt. Die verschiedenen Zugänge der Regisseurinnen spiegelten sich in den Publikumsreaktionen: Einige Frauen mochten es ungehobelt, mit einem guten Schuss Humor, und einige wollten ihre Pornos künstlerisch, sinnlich und tiefsinnig. Mir gefiel Candidas Einstellung: „Lass sich eine Frau nie schlecht deswegen fühlen, weil sie keine Pornos mag, nicht mal Frauenpornos. Die Geschmäcker sind verschieden und was einer Frau zu hart ist, ist einer anderen zu soft. Es ist OK, dass wir uns nicht alle einig sind, was uns anmacht!“

A full house in Amsterdam

“Mail and Female” waren eine der ersten Versandhäuser, die sich an Frauen richteten, die Sextoys und Pornos online kaufen wollten, und dieses Jahr feiern sie ihren 20. Geburtstag. Um ihren Erfolg zu feiern, veranstalten sie weitere Events mit Frauen aus der ganzen Welt. Am 19. Juni wird Annie Sprinkle Atemtechniken unterrichten, die Orgasmen fördern, und am 9. August bin ich eingeladen, um einen Vortrag darüber zu halten, wie man seinen eigenen Porno dreht.

In Amsterdam finden zur Zeit eine Menge aufregender Veranstaltungen statt, eine davon, ist “Pinched”, ein alternatives Erotikfestival, das am 21. Juni beginnt. Es wird dort viele aufregende Diskussionen und Vorführungen geben und ich werde ein offenes Casting veranstalten.

Nach meinem Besuch in Amsterdam fühle ich mich wahrlich inspiriert und bereichert. Candida zu treffen, das Team von „Mail and Female“ und Marije Janssen, die Organisatorin von „Pinched“ hat mir klar gemacht, was ich nun schon eine ganze Weile spüre: Frauenpornos sind unaufhaltbar. So viele Frauen arbeiten derzeit an auf Frauen fokussierten Erotika, dass uns weder die Pornoindustrie noch die Mainstream-Presse ein Nischen-Phänomen nennen kann. Wir arbeiten auf der ganzen Welt und rund um die Uhr an diesen Filmen, und was uns zu einer Kraft macht, mit der man rechnen muss, ist die Tatsache, dass wir jetzt alle in Verbindung stehen. Wir reden miteinander, wir hören zu, wir lernen und kooperieren. Nun, da wir uns gefunden haben, sind nach oben keine Grenzen gesetzt! Schwesternschaft ist Macht. Arbeits-Kooperationen entstehen und Freundschaften wachsen. Als Abschiedsgeschenk gab mir Candida ein signiertes Exemplar ihres wunderbaren Buches „How to tell a naked man what to do!” (man hört nie auf zu lernen) und ich schenkte ihr selbstgemachte englische Erdbeermarmelade. Ich habe das Gefühl, das wir Freundinnen für’s Leben geworden sind.

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