Monthly Archives: Mai 2009

Baby Bunny Joy

Bunnies

In den letzten Wochen habe ich jeden Tag von 8 Uhr morgens bis 20 Uhr abends meine Dokumentation geschnitten, und es war immer mal eine willkommene Pause, ein paar Minuten mit meinen Kaninchen Silver und Brownie zu spielen anstatt auf den Bildschirm zu schauen. Dann fiel mir auf, dass Brownies Bauch dicker wurde und sie anfing, sich Fell auszurupfen, um ein weiches Nest zu bauen. Ich nahm an, dass sie trächtig war, aber die Tierärztin sagte mir, dass sie keine Babykaninchen fühlen könne und dass sie eh zu jung sei, daher lautete die Diagnose „vorgetäuschte Schwangerschaft“. Brownie und Silver hatten jedoch eine Menge Sex, bevor er neutralisiert wurde – es bestand also eine Möglichkeit.

Letzten Sonntag wollte sie ihren Kaninchenstall nicht verlassen, um wie gewöhnlich in meiner Lounge herumzulaufen und als ich eine halbe Stunde später nach ihr schaute, leckte sie ihre neugeborenen Babykaninchen trocken. Es sind winzige, hilflose Geschöpfe – nackt und noch blind wenn sie geboren werden. Sie rollten sich unter dem weichen Fellnest zusammen, um zu schlafen und zu wachsen, und Brownie hüpfte auf dem Sofa auf und ab als ob nichts passiert wäre. Jetzt habe ich also vier Kaninchen – zwei Zwerge und zwei Mini-Zwerge. Sie sind erst eine Woche alt und haben schon winzige Zähne, Krallen und ein geschmeidiges Fell. Ich war von diesen winzigen Lebewesen so überwältigt, dass ich es nicht über mich gebracht habe, sie aus dem Nest heraus zu nehmen, um Fotos von ihnen zu machen, aber sobald sie in ca. einer Woche rauskommen, werde ich viel Zeit damit verbringen, sie zu beobachten und Fotos zu machen. Als ich die Kaninchen vor sechs Monaten zum Geburtstag bekam, hätte ich nie geglaubt, welchen Einfluss sie auf mein Leben haben würden, aber es hat mich ruhiger und glücklicher gemacht, diese seltsamen, niedlichen und intelligenten Wesen um mich zu haben.

Ich werde morgen also mit gemischten Gefühlen zu meinem einwöchigen Urlaub in Griechenland aufbrechen. Die Kaninchen sind bei meiner Nachbarin in guten Händen, aber ich werde eine ganze Woche des Wachsens und der Entwicklung der Babys verpassen. Allerdings ist es schon fast zwei Jahre her, dass ich zuletzt Urlaub hatte und ich muss unbedingt auftanken, weil eine Menge aufregender Projekte auf mich warten, wenn ich zurück bin.

Ich werde euch nächste Woche davon erzählen, wenn ich – hoffentlich rundherum strahlend – zurück bin.

Ich hoffe, die Sonne scheint auch auf euch. Habt Spaß!

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AVN Europe Magazine, Mai 2009

AVN Europe Magazine
Ein ausführliches Interview mit Petra über ihre Filme. (englisch)

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ETO Magazine, Mai 2009

ETO Magazine
Ein ausführliches Interview mit Petra über ihre neue Kompilation „Her Porn“. (englisch)

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Indie diamonds

Petra Joy

Ich bin frisch zurück von einem Screening von europäischen Kurzfilmen beim “End of the Pier International Film Festival”, das in der Nähe des Küstenortes stattfindet, den ich mein Zuhause nenne. Das Kino war LEER – ich war die einzige Zuschauerin und obwohl ich mich über die unfreiwillige VIP-Behandlung freute, tat es mir für die Festivalleitung leid. Wie so viele Kulturevents und andere Filmfestivals, mussten sie viele Etatkürzungen hinnehmen – wenn die Wirtschaft einen Sturzflug macht, zahlt die Kultur als erste die Zeche. Es ist ein wundervoll sonniger Tag und ja, der Garten und der Strand sind verlockend, aber ich wollte den anderen FilmemacherInnen meine Unterstützung signalisieren und es immer genießen, mich von Filmen aus der ganzen Welt inspirieren zu lassen – so viele verschiedene FilmemacherInnen, so viele einzigartiges Stile und Arten, die Welt zu sehen.

Mein Lieblingsfilm war “Red Sands” von David Proctor. Ein sehr poetisches und visuell aufregendes Essay über den Stierkampf in Pamplona. Er wurde mit nur einer Kamera gedreht und die vielen intensiven Nahaufnahmen und Zeitlupen machten ihn wirklich herausragend. Der Sprecherkommentar eines weisen, alten spanischen Señors, der eine Hassliebe zum rituellen Morden der Stiere pflegt begleitete den ganzen Film. Dies war ein atemberaubendes, erstaunliches, aufregendes Filmemachen. Chapeau! Da ich grade dabei bin, meine 100 Stunden Material der letzten zwei Jahre in ein einstündiges Programm zu schneiden, sind gut gemachte Dokumentationen, die mit den Traditionen brechen, derzeit eine echte Inspiration für mich.

Und die seltenen Diamanten, die man auf unabhängigen Festival zu sehen bekommt, sind einfach nicht mit den Hollywood-Blockbustern oder Fernsehprogrammen zur Hauptsendezeit vergleichbar. Es liegt an den Menschen, die aus reinem Spaß an der Freude jene Filme machen, die uns berühren, nicht am Geld. Ich hoffe nur, dass mehr Leute die Chance bekommen und auch nutzen, diese Art von Indie-Filmen zu sehen, zumal die FilmemacherInnen immer geübter im Netzwerken und im Veröffentlichen ihrer Filme werden – auf innovativen Wegen, on- und offline.

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