Yearly Archives: 2011

Lasst uns die Mädchen herausputzen?!

Maggie goes on a diet cover

Seit kurzem wird bei Amazon ein Buch mit dem Titel „Maggie Goes on a Diet“ (Maggie geht auf Diät) angeboten, das sich an die 6-14-Jährigen richtet. Der Werbetext lautet:

„Dieses Buch ist über ein 14-jähriges Mädchen, die auf Diät geht und sich von einem extrem übergewichtigen und unsicheren in ein Mädchen von normaler Statur verwandelt, die in der Schule zum Star der Fußballmannschaft wird. Durch Ausdauer, Training und harte Arbeit wird Maggie immer selbstsicherer und entwickelt ein positives Selbstbild.“

Ich finde es wichtig, gesundheitsschädliche Forme von Übergewicht bei Jugendlichen und Erwachsenen durch Aufklärung über gesunde Ernährung und Sport, der Spaß macht, zu bekämpfen – sich aber nur an junge Mädchen zu wenden und eine Diät als Petent Lösung zu bewerben, geht einen Schritt zu weit. (more…)

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Das süßeste Tabu …

Petra Joy
Warum wird über Transvestiten bloß so viel Wirbel gemacht?
Alex Reids Foto in drag (auf demWeg zu einer Fetischparty angezogen ist) schaffte es auf das Titelblatt in allen britischen Boulevardblättern. Er wurde von Leonardo Penna, dem neuen Freund seiner Ex, ein „freakiger Schwuler“ genannt, der „kranke Sachen macht“. Ständig und für alle Zeiten ist er nun ein Cross-Dresser, grins, grins – als ob ihn das für irgendwelche professionellen Leistungen (in der oh so machohaften Welt der Käfig-Kämpfe) oder in sexuellen Beziehungen mit Frauen disqualifizieren würde. In den Chatrooms nennt man ihn „widerlich“, und Frauen tweeten, dass „ein attraktiver Mann wie ein Mann aussehen sollen“.

Aber wie sieht ein echter Mann aus? Wollen wir die akzeptierten physischen Attribute des männlichen Geschlechts wirklich auf Muskelmasse und Körperbehaarung reduzieren? Was ist so schlimm an einem Typen, der gerne Fummel oder Make-up trägt oder generell gerne zu seiner femininen Seite steht? (more…)

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Sexarbeiterinnen – rechtlose Bürgerinnen zweiter Klasse?

Obedient Wives Club

Die New York Post brachte das Zimmermädchen, dass Strauss-Kahn angeblich vergewaltigt hatte, mit der Überschrift in Misskredit: „DSKs Zimmermädchen ist eine Hure“. Wie üblich bei einer Ermittlung wegen Vergewaltigung, eröffnet die Presse – und leider auch die ermittelnde Polizei – lieber eine Hexenjagd, um das Opfer zu diskreditieren als den Vergewaltiger dazu zu bringen, sich seinen Verbrechen ohne Ausreden zu stellen.

Selbst wenn das Zimmermädchen eine Hure gewesen wäre (was sie und ihre Anwälte so strickt abstreiten, dass sie sogar The Post und fünf Journalisten wegen übler Nachrede angeklagt haben) – bedeutet das, dass sie nicht vergewaltigt werden kann? (more…)

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Keine gläsernen Decken mehr!

Kürzlich habe ich gelesen, dass der Frauenanteil in den Vorstandsetagen und Geschäftsführungen deutscher Unternehmen bei nur 2% liegt. Damit ist er genau so niedrig wie in Indien, das wir auf arrogante Weise noch immer ein „Entwicklungsland“ nennen – als wären wir ihnen in wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Dingen so weit voraus. Im UK und in den USA liegt der Frauenanteil in diesen Positionen bei 14%. Der weltweit höchste Prozentsatz von Frauen auf diesem Niveau der Unternehmensführung liegt immer noch bei nur 20%. Frauen machen über 50% der Menschheit aus – dass sie in den Top-Positionen, in denen die wesentlichen Entscheidungen getroffen werden, nur so schwach vertreten sind, ist schockierend und enttäuschend. (more…)

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Hack’ sie in Stücke – machen die neuesten männlichen Masturbatoren genau das?!

Oh, die Freuden der Arbeit in der Erotikindustrie. Jeden Monat erhalte ich eine neue Ausgabe einiger Zeitschriften der Erotikbranche. Normalerweise amüsieren mich die meisten Produkte, die in diesen Zeitschriften vorgestellt werden, oder sie nerven mich ein bisschen. Manchmal aber zeigen sie Sachen, die mich echt beunruhigen.

Auf dem Cover der aktuellen Ausgabe des „Sign“-Magazine sind verschiedene „Realistische ‚fuck me silly’-Masturbatoren“, die im Grunde genommen zerstückelte Frauen-Körperteile aus Silikon sind, mit Löchern darin. (more…)

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Baby You Can’t Drive My Car!

saudi women drivers protest signSaudi-Arabien stellt Frauen keinen Führerschein aus, und wenn sie schon einen internationalen Führerschein besitzen, wird dieser nicht anerkannt. Frauen sind gezwungen, Fahrer anzustellen, die sie zur Arbeit fahren oder die Kinder zur Schule bringen. Das Gehalt der Fahrer absorbiert einen Großteil von dem, was die Kundinnen verdienen. Es ist auch schon berichtet worden, dass die Fahrer die Frauen oft sexuell belästigen. (more…)

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We are all sluts…

Slut March

„Frauen sollten es vermeiden, sich wie Schlampen anzuziehen, damit sie nicht zu Opfern werden“, das war der Rat, den der Polizeibeamte Michael Sanguinetti einer Gruppe von Studentinnen in Toronto gab.

Die Frauen waren nicht sonderlich beeindruckt, und so gingen 3000 von ihnen spontan auf die Straße und demonstrierten auf dem ersten „Schlampenmarsch“ („Slut Walk“) ihr Recht zu tragen, was sie wollen.

Das tieferliegende Problem ist natürlich, dass in unserer sexistischen Gesellschaft noch immer das Vergewaltigungsopfer beschuldigt wird und nicht der Vergewaltiger. Als ob die „armen Männer“ wie Pawlowsche Hunde wären – sobald sie einen Minirock sehen, können sie nicht anders als die Frau zu vergewaltigen, die ihn trägt; als ob sie „es herausfordern“ würde. Die feministische Haltung ist klar: Nicht nur sollten die Opfer nicht beschuldigt werden, wir sollten vielmehr deutlicher verinnerlichen, was eine Vergewaltigung wirklich bedeutet: Eine Vergewaltigung ist keine erzwungene Form von Sex sondern eine sexuelle Ausdrucksweise von Gewalt. Mit Vergewaltigungen sollen Frauen erniedrigt und verletzt werden, um ihnen den Mund zu verbieten, um ihnen ihren Platz zuzuweisen – den Männer untertan, die nicht akzeptieren, dass eine Frau „Nein“ meint, wenn sie „Nein“ sagt. Männer sind es gewohnt, ihren Willen zu bekommen – immer und mit allen Mitteln. (more…)

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Desire Magazine

Desire Magazine cover
Cover-Shoot für die 58. Ausgabe des Desire Magazine von Petra Joy, veröffentlicht 2007.

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International Women’s Day – it’s still a man’s world…

International Women's Day

Als ich vor 25 Jahren meine aller erste Dokumentation gegen gewalttätige Pornografie drehte, begann ich den Film mit Bildern aus dem Rotlichtmilieu und dem James-Brown-Song “It’s a man’s world”:

“This is a man’s world, but it would be nothing, nothing without a woman or a girl!”… (“Es ist eine Männerwelt, aber sie wäre nichts, gar nichts ohne eine Frau oder ein Mädchen!” …)

Heute ist der 100. internationale Weltfrauentag, doch es ist noch immer eine Männerwelt:
Obwohl Frauen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, sind wir noch weit davon entfernt, in gleicher Weise vertreten zu sein. Weltweit sind im Durchschnitt nur 19% der Parlamentsmitglieder Frauen. Frauen haben noch immer nur einen eingeschränkten Zugang zur Bildung: 41 Mio. Mädchen weltweit wird die Grundschulbildung vorenthalten und 64% der erwachsenen Analphabeten weltweit sind Frauen. Frauen erhalten noch immer nicht das gleiche Gehalt für die gleiche Arbeit. (more…)

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Happy Birthday Jungsheft!

Jungsheft

Ich möchte der wunderbaren Nicole und Elke zu ihrer 10. Ausgabe des JUNGSHEFT gratulieren – einer alternativen Pornozeitschrift für Frauen.

Die Herausgeberinnen begannen ihre Reise vor fünf Jahren, ungefähr zur gleichen Zeit, in der ich meine Erotikfilmproduktion ins Leben rief. Elke und Nicole wollten eine Zeitschrift gründen, in der sexy Fotos vom Kerl nebenan zu sehen sind – hüllenlos mit erigiertem Schwanz. Ihr Gegenstand sind keine geölten Muskel-Models sondern normale, unprätentiöse, sexuell emanzipierte Jungs, die sich freiwillig zum Genuss der weiblichen Betrachterinnen ablichten lassen. Das JUNGSHEFT behandelt außerdem viele Artikel über Themen, die in den Mainstream-Frauenzeitschriften Tabu sind, wie z.B. Strap-On-Sex oder Kandidose. (more…)

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