Category Archives: Personal

Warum ich Candida Royalle, die Königin des feministischen Pornos vermissen werden …

Candida Royalle, die legendäre feministische Pornoregisseurin und Tierrechtsaktivistin, ist nach einem langen Kampf gegen Ovarialkrebs gestorben. Ihre Kollegin, Pornoregisseurin Petra Joy, spricht über Candidas Leistungen für die Frauenwelt

Der 7.9.2015 war für viele Frauen, Feministinnen und Erotikkünstler*innen auf der ganzen Welt ein trauriger Tag. Als bekannt wurde, dass Candida Royalle im Alter von nur 64 Jahren in New Yorker verstorben war, verwandelte sich Ihre Facebook-Seite in ein farbenfrohes Kaleidoskop einer erstaunlichen Biografie. Immer wieder hinterlässt jemand einen Beitrag und gedenkt dieser wahrhaft außergewöhnlichen Frau, die den Weg für Pornos aus weiblicher Perspektive bereitet hat und vielen feministischen Erotikfilmemacher*innen Türen geöffnet hat – dazu zähle ich auch mich selbst –, die in ihre Fußstapfen getreten sind. Die geposteten Bilder zeigen alle eine strahlende Frau mit einem Lächeln, das sagt: „Ich liebe das Leben, ich koste es voll aus, auf geht’s ins Abenteuer!“
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Die zehn No-Gos des Mainstream-Pornos

Ich werde ständig gefragt, was ich eigentlich gegen Mainstream-Pornos habe und in welcher Hinsicht meine Filme anders sind. Gut, dann präsentiere ich Ihnen jetzt, ohne noch weiter drum herumzureden, die Top 10 der Punkte, die mich an Mainstream-Pornos am meisten nerven. Und die es niemals in einem meiner Filme zu sehen geben wird:
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Zeit zum Feiern: warum 2014 für mich ein besonderes Jahr ist


“Birds flying high you know how I feel
Sun in the sky you know how I feel
Breeze driftin’ on by you know how I feel:
It’s a new dawn, it’s a new day, it’s a new life
for me – And I’m feeling good.”

(Leslie Bricusse/Anthony Newley für Nina Simone)

Weihnachten und Silvester liegen hinter uns, aber für mich fangen die wirklichen Festivitäten gerade erst an. 2014 ist ein großes Jahr für mich: Vor zehn Jahren nahmen die ersten deutschen Sexshops meinen ersten Film Sexual Sushi in ihr Angebot auf. Gedreht hatte ich den Film bereits 2003, aber zunächst konnte ich keinen Verleih dafür finden, da mein Konzept des Artcore-Pornos aus weiblicher Perspektive im Mainstream-Markt keinen Platz fand. Die Industrie wollte keine Innovationen, sondern nur immer mehr Filme, die nach der alten, kommerziellen Standardformel gemacht wurden.
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Fröhliche Weihnachten!

Petra und ihr Team wuneschen Ihnen ein wunderbares Weihnachtsfest und gluckliches, aufregendes und erotisches neues Jahr!

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“Female Fantasies” ist die Inspiration für einen Song!

Ich bin glücklich, dass mich kürzlich immer mehr tolle Menschen in Sachen meiner Filme kontakten und mir inspirierende Gedanken und Ideen schicken.

Ich drehe meine Filme fuer dieses Publikum und genieße das Feedback von jedem/er einzelnem/er Zuschauer/in.  Diese Rückmeldungen machen viel mehr Spaß als wenn ich nur Filme an den Großhandel schicke und nie erfahre ,wie denn der Film-ankommt. Zurzeit wächst weltweit ein fantastisches Netzwerk von kreativen Menschen zusammen, die alle Interesse an Pornos aus weiblicher Sicht haben.

Ein Highlight war für mich zu erfahren, dass mein heißgeliebter Klassiker Female Fantasies einen Song des Brasilianischen Duos Bardoefoeda Lovebox inspiriert hat. Es ist ein fantastischer Song – ich liebe, den Rhythmus, die Leidenschaft und Harmonie der Stimmen. Ein großes Dankeschön an Bardoefoeda Lovebox – ich hoffe, dass Ihr etwas Musik für meinen neuen Film (S)he Comes schreiben könnt…

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Ethische Schlampen

Letztens sprach ich mit einer Freundin über ihre Beziehungsprobleme. Ein Teil des Problems liegt darin, dass sie und ihr Langzeit-Partner monogam leben. Für ihn kommt keine andere Beziehungsform in Frage, und sie treibt das, ehrlich gesagt, langsam in den Wahnsinn!

Sie hatte jahrelang ihre Sexualität frei in polyamurösen Beziehungen au gelebt, bevor sie ihren Partner traf und sich dazu entschied ‚Ja’ zu einer tieferen, exklusiven emotionalen Bindung zu sagen. Anfangs genoss sie die sexuelle und emotionale Exklusivität, doch nun hat sie das Gefühl hat, in dieser Beziehung nicht mehr wirklich sie selbst sein zu können. Sie hat sexuelle Bedürfnisse, die sie mit ihrem Partner, schlicht nicht ausleben kann. Er möchte aber nicht, dass sie ihre Lust, die er nicht befriedigen kann, mit anderen Liebhabern auslebt. Bis vor kurzem Sie ‚bezahlte’ sie für die Liebe und emotionale Sicherheit, die ihr ihre Beziehung bietet, mit ihrer sexuellen Freiheit. Teile ihrer sexuellen Identität musste sie unterdrücken, damit er glücklich ist, sich sicher fühlt und ihre Beziehung weiterhin bestand hat. Sie kann und will diese unbefriedigten Facetten ihrer Lust aber nicht länger unterdrücken. (more…)

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Herzlichen Dank und ein frohes Fest!

Ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen um den vielen tollen Frauen zu danken, mit denen ich dieses Jahr an diversen Projekten gearbeitet habe. Es mir viel hat Spaß gemacht als Kuratorin die brandaktuelle Kompilation Her Porn 4, die im Februar 2013 erscheinen wird, zusammenzustellen. Existierende Freundschaften mit Regisseurinnen, deren Arbeit ich bewundere, wie Candida Royalle, Annie Sprinkle, Tristan Taormino und Shine Louise Houston wurden gestärkt und neue Kontakte zu jungen Filmemacherinnen entstanden.

Ich freue mich, dass ich dieses Jahr meine Erfahrung im Bereich Film- Distribution nutzen konnte, um Filme von anderen Regisseurinnen wie die der talentierten Maria Beatty in Deutschland auf den Markt und dan die Frau zu bringen. Wir haben mit Strapon Motel angefangen und im neuen Jahr werden weitere Filme folgen. (more…)

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Her mit den Amazonen!

Tag Vier ohne Olympia, und schon leide ich zugegebenermaßen an Entzugserscheinungen. Bisher war ich nie jemand, die leidenschaftlich Sport guckt, aber dieses Jahr war alles anders. Ich saß wie gefesselt vor dem Fernseher und schaute mir die Live-Übertragungen an, fasziniert von den vielen super-talentierten, starken und selbstbewussten Athletinnen. Ich fühle mich inspiriert: Frauen wie Jessica Ennis zuzuschauen, wie sie den Siebenkampf gewinnt oder zu sehen, wie Nicola Adams als erste Frau Olympisches Gold erkämpft, hat mir einen richtigen Energieschub verpasst.

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„Shades of Grey“ – Frauenporno oder Mogelpackung?

Fifty Shades of Grey

Als ich das erste Mal von dem Buch „Shades of Grey – Geheimes Verlangen“ hörte, war ich begeistert. Je mehr Frauen ihre Fantasien ausdrücken und Pornos aus weiblicher Perspektive kreieren (sei es in Worten oder Bildern), desto besser. Frauenfantasien dedeihen meist immer noch im Geheimen, sodass es kaum Erotika von und für Frauen gibt. Daher sage ich „Chapeau“ zu jeder Frau, die Erotika veröffentlicht, egal ob soft- oder hardcore. Ich freute mich also auf ein erregendes Lesevergnügen.

Ich hätte es besser wissen müssen. „Shades of Grey“ entstand als Fan-Fiction-Roman, der auf der Twilight-Saga basiert. Durch den enormen Online-Erfolg wurde ein großer Verlag darauf aufmerksam und veröffentlichte eine extrem überarbeitete und anscheinend zensierte Version. Was darin übrig blieb, ist ein romantisches, anti-feministisches Märchen mit nur sehr wenigen sexuell expliziten oder aufregenden Inhalten. Ich musste über 200 Seiten lesen, bevor es zum ersten Sex kam, und fand das Lesen bis dahin – immer in der Hoffnung, dass endlich etwas Erotik kommt – ermüdend. Das Buch soll ja angeblich von SM-Sex handeln, doch der (wenige) Sex, der überhaupt beschrieben wird, ist meist Blümchensex. Was mich aber am meisten enttäuscht ist nicht der Mangel an expliziten und kreative beschriebenen Sexszenen, sondern die Tatsache, dass die „Heldin“ Ana mit über zwanzig Jahren noch immer Jungfrau sein soll und sich nur deshalb auf den Sex und das Ausprobieren von (leichten) SM-Praktiken mit dem Multimillionär Christian Grey einlässt, weil sie ihn liebt. Das ist so typisch für die altmodischen Gender-Klischees der klassischen Liebesromane, dass ich es in einem Sex Roman aus dem Jahr 2012 nicht erwartet hätte. Als ob sich Frauen ohne Liebe keinen Sex vorstellen könnten und „unschuldig“ bleiben (und sich nicht einmal durch Masturbation bis zum Orgasmus bringen), bis sie ihre Jungfräulichkeit schließlich „im Namen der Liebe“ jenem Prinzen schenkt der sie wachgeküsst. Soviel zur sexuellen Befreiung und zu Frauen, die Sex auch ohne romantische Beziehungen genießen können und Ihre Lust (selbst) befriedigen … (more…)

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Onwards and upwards

Petra Joy

Ich wünsche euch allen ein glückliches, aufregendes, erotisches und exotisches neues Jahr. Mir geht es nun viel besser, und nach einer zweiwöchigen Pause in der Wintersonne (die heute beginnt) werde ich endlich mit der Postproduktion von „The Female Voyeur“ beginnen.

Ich möchte euch für all eure Unterstützung in der schwierigen Zeit danken.

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