Die sexy kleinen Details, von denen es abhängt, ob ein Porno gelingt …

Als ich beim letzten Dreh von Petra dabei war (die heiße Genderfuck-Szene, die im Oktober beim 10. Pornfilmfestival Berlin Premiere haben wird – hier gibt es den Bericht dazu), ist mir unter anderem aufgefallen, wie viel Aufmerksamkeit sie bestimmten sexy, kleinen Details widmet.

Bei den Einstellungen vor den eigentlichen Sexszenen ließ Petra Atmosphäre entstehen und zeigte, wie sich die Chemie zwischen den Figuren entwickelt. Sie hat auf viele Kleinigkeiten geachtet, die mir sonst entgangen werden. Beispielsweise gab es eine Einstellung, wie Bishop Black sich fertig macht – man sieht cremeweiße Perlen über seine fantastische dunkle Haut gleiten. Die Einstellung hat Petra mehrfach gedreht und mir erklärt, warum: „Das ist nicht nur eine Einstellung, bei der man sieht, wie jemand eine Perlenkette anzieht, sondern eine Super-Großeinstellung, in der zu sehen ist, wie die Perlen Bishops Schlüsselbein liebkosen, und zwar genau in der richtigen Geschwindigkeit. Dadurch entsteht beim Publikum Vorfreude. Diese Art nicht-expliziter, aber sehr erotischer Einstellungen sind ein Markenzeichen meiner Filme, die sich an das große Sexorgan zwischen unseren Ohren richten.

Das hat mich auf all die sexy Details gebracht, die bei einer Sexszene das i-Tüpfelchen sind. Wenn wir darüber sprechen, was heiß ist, ist die Versuchung groß, an bestimmte Praktiken zu denken: ob man lieber Dreier oder Gruppenszenen mag, zum Beispiel, oder BDSM oder Oralsex. Aber manchmal sind es die Kleinigkeiten am Rande, die einen anmachen. Petra und ich haben auf Facebook und Twitter Leute gefragt, welche kleinen Extras für sie dafür ausschlaggebend sind, damit eine Szene nicht einfach nur heiß, sondern verdammt scharf ist. Hier sind ein paar Antworten.

Gregory hat auf Facebook zwei Punkte erwähnt, die mir selbst sehr wichtig sind:

„Menschen, die ich attraktiv finde, bei denen die Chemie stimmt und die das Erlebnis ganz offensichtlich genießen. Und weibliche Lust und Erregung.“

Weibliche Lust und Erregung? Da fällt mir kein besseres Beispiel ein als die herrliche Szene mit Cora Emens und Serj in S(he) Comes. Aber die Chemie stimmt in Petras Filmen immer: Das liegt daran, dass sie nur Darsteller*innen castet, die zusammenpassen, und daran, dass Petra eher auf authentische Lust und Genuss Wert legt als darauf, eine Liste von Sexpraktiken abzuarbeiten.

Sophie hat in ihrem Facebookbeitrag über Intimität gesprochen:

„Für mich sind das Augenkontakt und alles Intime. Jemandem beim Küssen gleichzeitig das Gesicht zu streicheln, sich an den Händen halten, die Finger ineinander verschränken. Kürzlich habe ich ein Bild von Leuten gesehen, die Sushi vom Körper einer Frau gegessen haben, das fand ich erst etwas eklig – habe dann aber festgestellt, dass jemand ihre Hand zärtlich streichelte. Das hat die Szene so schön gemacht, weil es so ein privater Moment war, ich hatte das Gefühl, ich wäre die einzige andere Person, die das sieht.“

Mark pflichtete ihr bei und erwähnte die Punkte „verführerische Küsse und Berührungen“. Auf Twitter hatte @hurricane_ros ähnliche Vorstellungen: „Wenn die Beteiligten beim Küssen nur ganz kurze Pausen machen, um Luft zu holen.“ Genannt wurden unter anderem auch Dirty Talk, das Ziehen an Haaren und Begeisterung.

Ich mag all diese Vorschläge. Dirty Talk steht bei mir auf jeden Fall ganz oben auf der Liste, und authentische, freie Begeisterung ist unverzichtbar, im Gegensatz zu den Fake-Orgasmen, bei denen jemand „Ich komm gleich, ich komm gleich!“ brüllt, man aber genau erkennen kann, dass der/die Darsteller*in kilometerweit davon entfernt ist. Egal, ob Küssen oder Gruppensex gezeigt wird, das Erotischste ist meiner Meinung nach die bedingungs- und atemlose Begeisterung, die man empfindet, wenn man jemanden wirklich toll findet. Ich denke, das gehört zu den Dingen, die die Szene mit Bishop Black und Harry zu so etwas Besonderem machen: Die Chemie hat einfach gestimmt, sie wollten unbedingt miteinander vor Petras Kamera stehen – schon bevor sie überhaupt am Set waren – und als sie angefangen haben zu spielen, war ihre Leidenschaft überwältigend.

Ich würde auf die Liste noch männliche Gesichter setzen. Aufnahmen von Männergesichtern gehören zu meinen Lieblingselementen, fehlen aber leider in vielen Mainstreampornos – nicht so bei Petra, die viele solcher Aufnahmen zeigt. Bei Wolf Hudsons Solo-Masturbationsszene in S(he) Comes, wo man seinen fantastischen Gesichtsausdruck beim Orgasmus sieht, hatte ich echt weiche Knie.

Petra kuratiert auch Pornos anderer Filmemacher*innen und verleiht einen Preis für Debütregisseurinnen, also habe ich mich gefragt, was ihrer Meinung nach einen heißen, spannenden Porno ausmacht.

„Ich finde Pornos heiß, die voller Überraschungen stecken, in denen die sexuellen Handlungen nicht in der üblichen Reihenfolge abgespult werden, die wir sie aus dem Mainstreamporno kennen – Blowjob, Vaginalverkehr, Analverkehr, Cum-Shot. Ich mag es, wenn es anders kommt, als es auf den ersten Blick aussieht. So habe ich das zum Beispiel auch in der Szene Room Service (in A Taste of Joy) gemacht: Da wirkt es so, als hätte ein verliebtes Paar leidenschaftlichen Sex, und man erfährt erst in der letzten Einstellung, dass sie ihn für seine Dienste bezahlt. Auch Humor kann heiß sein. Bei meinen Drehs ist Raum für Spaß und Lachen, ich nehme Sex und Porno nicht über-ernst, ich will ja keine angestrengte Performance vor der Kamera sehen.“

Und wie geht es Ihnen? Gibt es bestimmte Details, die Sie antörnen? Stöbern Sie in den Trailern von Petras Filmen und erzählen Sie uns in einem Kommentar, welche Kleinigkeiten für Sie die entscheidenden sind.

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